Interskys Flug in den Konkurs ist nicht zu bremsen

FRIEDRICHSHAFEN. Die angeschlagene Regionalfluglinie Intersky aus Vorarlberg mit Heimatflughafen Friedrichshafen kann den Konkurs nicht mehr verhindern. Am kommenden Montag werde Insolvenz angemeldet, teilt Geschäftsführerin Renate Moser mit.

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FRIEDRICHSHAFEN. Die angeschlagene Regionalfluglinie Intersky aus Vorarlberg mit Heimatflughafen Friedrichshafen kann den Konkurs nicht mehr verhindern. Am kommenden Montag werde Insolvenz angemeldet, teilt Geschäftsführerin Renate Moser mit. Sie war mit dem Start der Intersky 2001 weltweit die erste Frau, die eine Fluglinie gegründet hat. 2011 war die Fluglinie schon einmal in wirtschaftlicher Schieflage. Innerhalb eines Jahres konnte Moser sie wieder in die schwarzen Zahlen steuern. Moser und ihr Mann Rolf Seewald verkauften einen Grossteil ihrer Anteile. 2012 übernahmen Hans Rudolf Wöhrl und Peter Oncken mit ihrer Beratungs- und Investmentfirma Intro Aviation GmbH 74,9% der Anteile an Intersky. Moser und Seewald behielten die restlichen 25,1%.

Expansionsstrategie scheitert

Intersky beschaffte neue Flugzeuge und wollte neue Destinationen bedienen. Doch im Wettbewerb zog sie, laut Insidern, den Kürzeren. An den Flügen ab Friedrichshafen dürfte die finanzielle Schieflage indessen wohl nicht schuld gewesen sein. Airport-Sprecher Andreas Humer-Hager äussert die Meinung, dass man die Friedrichshafener Linien gewinnbringend betreiben können müsste.

Vom Zeitpunkt überrascht

Seitens des Bodensee-Airports räumt Humer-Hager ein, dass man um die finanziellen Nöte gewusst habe. Vom Termin der Insolvenz sei man aber überrascht worden. Für den Bodensee-Airport bedeute das Aus der Intersky auch einen herben finanziellen Verlust. Man suche Lösungen für die ausgefallenen Flüge. Mit 115 000 Passagieren gehörte Intersky zu den drei wichtigsten Fluglinien des Airports. Germania und die Lufthansa hätten ähnliche Zahlen. Wie es für die 150 Mitarbeitenden und die Kunden weitergeht, ist offen. Die Höhe des Schuldenbergs wurde nicht bekannt. Intersky war im September vom österreichischen Verkehrsministerium der sofortige Entzug der Betriebsgenehmigung angedroht worden, falls bis 3. November die finanzielle Leistungsfähigkeit nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann. (bor)