Insekten und Elektroautos als Chance

Bühler sieht in der Verarbeitung von Insektenlarven zu Futtermittel und in der Entwicklung von Elektrodenpasten für Energiespeicher wichtige Zukunftstrends.

Yusuf Barman
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An seinen Networking Days zeigt Bühler einem internationalen Publikum Innovationen und Marktrends. (Bild: Urs Bucher (Uzwil, 22. August 2016))

An seinen Networking Days zeigt Bühler einem internationalen Publikum Innovationen und Marktrends. (Bild: Urs Bucher (Uzwil, 22. August 2016))

Bis 2050 soll die Weltbevölkerung auf neun Milliarden Menschen anwachsen. Gepaart mit dem steigenden Wohlstand in Schwellenländern, ergeben sich aus dem zunehmenden Konsumbedarf globale Herausforderungen. «Wir sehen das Bevölkerungswachstum als eine Chance für Bühler. Wir haben das Ziel, die steigende Nachfrage nachhaltig zu befriedigen», erklärte Bühler-Chef Stefan Scheiber gestern vor den Medien.

Die weltweite Bevölkerungszunahme und der steigende Wohlstand führen zudem zu einer nie da gewesenen Fahrzeugdichte. Elektroautos sind das Stichwort für nachhaltige Mobilität. Auch hier sieht Bühler eine Geschäftschance. Der Konzern entwickelt für führende Firmen in den Bereichen Mobilität und Ernährung Gesamtlösungen in der industriellen Verarbeitung.

Larven als effiziente Futtermittel

Auf der einen Seite steigt der Bedarf nach Proteinquellen, auf der anderen Seite werden bestehende Ressourcen knapp. Die Meere sind überfischt, und zwei Drittel der pflanzlichen Eiweissquellen werden als Tierfutter benutzt. Als nachhaltige Alternativen werden Hülsenfrüchte, Algen und Insekten gesehen. Insektenlarven als Futterquellen bieten zahlreiche Vorteile in der Nahrungsherstellung. Sie sind hervorragende Recycler und können überall mit wenig Platzaufwand gezüchtet werden.

Der Technologiekonzern Bühler gründete im Januar mit dem niederländischen Insekten-Produzenten Protix ein Joint Venture in China. Bühler Insect Technologies soll skalierbare, indus­trielle Lösungen von der Aufzucht bis zur Vermahlung von Insekten entwickeln. Bei Protix geht es vorab um die Verarbeitung von Insektenlarven zu Nutztierfutter. Scheiber hat gestern bestätigt: «Kurzfristig möchten wir mit der Protix als einzigem Partner in diesem Gebiet arbeiten. Wir konzentrieren uns darauf, unsere Prozesse zu Gunsten unseres Kunden weiterzuentwickeln und zu verfeinern.» Von Bühler-Maschinen vermahlene Insekten kommen also vorerst nicht bei uns auf den Teller, sondern nur als Nutztierfutter zum Einsatz.

Autobatterien und Akkus für Privathaushalte

Im Weiteren entwickelt Bühler zusammen mit Partnerunternehmen Batteriepasten als Schlüsselelemente für Energiespeicher. Diese sind in erster Linie für die Reichweite von Elektrofahrzeugen von grosser Bedeutung. Calvin Grieder, Verwaltungsratspräsident des Bühler-Konzerns, wies gestern darauf hin, dass auch weitere Verwendungen im Trend sind: «Effiziente Energiespeicher werden für den Heimgebrauch immer wichtiger. Auch in diesem Bereich arbeiten wir mit allen namhaften Batterieherstellern zusammen.»

Yusuf Barman