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Inhalt kommt vor dem Kanal

Ist die Digitalisierung für KMU Segen oder Fluch? Darüber gehen die Meinungen am Eco-Ost-Symposium auseinander. Aufhaltbar sei sie nicht, aber man müsse nicht jeden Trend mitmachen.
Christof Lampart
Experten unter sich: (Von links) Erich Eigenmann, Caroline Magerl-Studer, Moderator Urs Wehrle, Christine Bolt, Urs Frey. (Bild: pd)

Experten unter sich: (Von links) Erich Eigenmann, Caroline Magerl-Studer, Moderator Urs Wehrle, Christine Bolt, Urs Frey. (Bild: pd)

ST. GALLEN. Das vor zwei Jahren erstmals durchgeführte Eco-Ost- Symposium ist ein Treffpunkt für Entscheidungsträger von Unternehmen aus Wissenschaft und Praxis, aus allen Branchen und allen Regionen der Ostschweiz. 150 davon fanden am Montag den Weg ins Kongresszentrum Einstein, um über das Thema «Der Wunsch nach Selbständigkeit: Erfolgsrezept oder Stolperfalle für KMU?» zu diskutieren.

Strukturen aufbrechen

Für Urs Frey vom KMU-Institut der Universität St. Gallen bietet die Digitalisierung auch kleinen Unternehmen grosse Möglichkeiten. Sie biete eine «schöpferische Zerstörung im positiven Sinne», indem sie alte Strukturen aufbreche und Nischen für neue Geschäftsideen öffne. Dennoch sei davon auszugehen, dass es auch in zehn Jahren noch reale Läden gebe, denn «einen schönen Stoff möchte man spüren». Gleichwohl mache die Digitalisierung auch vor alteingesessenen Firmen nicht halt. «Heute braucht der Handel die Unterstützung von Apps», sagte Frey.

Ein Produkt, viele Kanäle

Gegen den Trend schwimmt das Unternehmen von Erich Eigenmann, die Esge AG aus Mettlen, die seit 60 Jahren nur ein Produkt herstellt und weltweit vertreibt: den Stabmixer Bamix. «Die Digitalisierung ist für uns kein primäres Thema. Bei uns stehen seit jeher der Konsument und die Emotionen, die in einem persönlichen Kontakt entstehen, im Vordergrund.» Die Esge-Verkaufsstrategie setze auf viele verschiedene Geschäftskanäle und fahre damit sehr gut. Besonders Publikumsmessen will Eigenmann nicht missen: «Ich hoffe, dass es die Olma auch in zehn Jahren noch gibt.»

Noch kein Print-Ersatz

Die stellvertretende Leiterin der St. Galler Tagblatt AG, Christine Bolt, räumte ein, die Printmedien hätten das Zeitalter der Digitalisierung ein wenig verschlafen. Doch Angst davor, dass Blogs und Online-Newsportale die Zeitungen ins mediale Abseits stellen, zeigt Bolt nicht: «Das Ersatzmodell für Print-Zeitungen hat noch niemand», sagte sie. Klar ist für Bolt, «dass die Medien näher an die Kunden müssen». Konkret: «Entscheidend ist, was in den Medien kommt – und nicht die Medien.»

Ähnlich sieht das Urs Frey: «Wir wissen heute noch nicht, mit welchen Gadgets wir in fünf Jahren unsere Kunden erreichen. Aber wir wissen heute schon, dass wir uns auf den Mehrwert für die Kunden konzentrieren müssen.» Für das St. Galler Tagblatt heisst dies laut Frey, «dass es auch in Zukunft glaubwürdige Inhalte bieten muss. Welcher Kanal das dann aufbereitet, weiss man heute noch nicht.»

«Verrückte Ideen der Behörden»

Mit dem Versprechen von Jugend und langanhaltender Schönheit lässt sich laut Caroline Magerl-Studer, Chefin der Kosmetikfirma Mila d'Opitz AG, gute Geschäfte machen – vorausgesetzt, «man verspricht nur, was man halten kann». Generell fahre ein KMU im Zeitalter der Digitalisierung sehr gut, wenn es alte Werte neu interpretiere. Was stört Magerl-Studer am meisten? «Die überbordende Bürokratie, wenn man manchmal von irgendwelchen verrückten Ideen der Behörden abhängt. Zum Beispiel, wenn von einer Nacht auf die andere die Einfuhrbestimmungen geändert werden.»

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