Inflation kommt auf leisen Sohlen

Börsenspiegel

Werner Huber
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Die Inflationsraten werden in den nächsten Monaten kontinuierlich ansteigen. Das ist eine Begleiterscheinung des Wirtschaftswachstums. So zeigen sich etwa in den USA erste Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und das Lohnwachstum. In Kombination mit den stark gestiegenen Erdölpreisen (2016: +53%) ist dies der ideale Nährboden für Inflation. In den USA ist die Jahresteuerung im Januar von 2,1% auf 2,5% gestiegen. Damit notiert die Teuerung erstmals seit Mai 2014 wieder oberhalb des Ziels der US-Notenbank (Fed) von 2%.

Auch in Europa war ein deutlicher Inflationsanstieg von 1,1% auf 1,8% festzustellen. Das Inflationsziel der Europäischen Zen­tralbank liegt ebenfalls bei 2%. Auch in der Schweiz ist im Januar erstmals seit 27 Monaten wieder eine leichte Teuerung verzeichnet worden.

Obligationen sollten im Portfolio untergewichtet sein

Inflationsanstiege wirken sich markant auf die Anlageklassen aus. Im Zuge des erwarteten Inflationsschubs in den USA beabsichtigt die Fed daher, die Zinsen im laufenden Jahr in drei Schritten anzuheben. Zinserhöhungen haben einen direkten Einfluss auf den Marktwert von Obligationen, da sie auf die Kurse drücken. Deshalb sind Inflationsphasen begleitet von Zinserhöhungen Gift fürs Obligationen-Portfolio. In einem Anlage-Portfolio sollten daher die Obligationen klar untergewichtet werden und die Aktien eine substanzielle Grösse aufweisen. Denn Aktien bieten generell einen ausreichenden Inflationsschutz. Unternehmen sind in wirtschaftlich prosperierenden Zeiten in der Lage, mit ansteigenden Gewinnen auch höhere Dividenden auszuschütten. Dies schlägt sich über kurz oder lang in steigenden Aktienkursen nieder. Bei den Aktien setzen wir auf Branchenführer mit überzeugendem Management und absehbarem Gewinnwachstum.

Auch Rohstoffe und ausgewählte alternative Anlagen profitieren von einer Wirtschaftserholung. Bei den alternativen Anlagen können Produkte im Bereich Katastrophenbonds (ILS) oder ausgewählte Private-Equity- oder Private-Debt-Anlagen zudem in schwierigen Börsenzeiten Stabilität ins Portfolio bringen. Zum Tragen kommt diese Stabilität bei plötzlichen Börsenkorrekturen. In den vergangenen Jahren hat man diese oftmals nach politischen Ereignissen gesehen. Dieses Jahr könnte beispielsweise Nervosität aufkommen im Vorfeld der anstehenden Wahlen in den Niederlanden im März, in Frankreich im April und in Deutschland Ende September.

Werner Huber

Senior Portfolio Manager

Thurgauer Kantonalbank