INDUSTRIE
SFS profitiert von der Erholung auf den Weltmärkten

Die Weltwirtschaft erholte sich in den letzten Monaten rasant. Das beschert auch der Rheintaler SFS ein deutliches Umsatzwachstum. Der Konzern spürt aber auch Preiserhöhungen und Lieferengpässe – selber konnte man aber immer liefern. Das habe auch neue Kunden gebracht.

Kaspar Enz
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Die Rheintaler SFS setzte im ersten Halbjahr 2021 fast einen Viertel mehr um als in den ersten Monaten des Vorjahres.

Die Rheintaler SFS setzte im ersten Halbjahr 2021 fast einen Viertel mehr um als in den ersten Monaten des Vorjahres.

Bild: PD

Nachdem sich bereits in der zweiten Hälfte des letzten Jahres eine gewisse Erholung von der Coronakrise abgezeichnet hatte, kam diese im ersten Halbjahr so richtig in Schwung. Das zeigt sich auch im Halbjahresergebnis des Rheintaler Industriekonzerns SFS. Der Umsatz von 957,8 Millionen Franken lag nicht nur 23,8 Prozent über demjenigen der Vorjahresperiode. Der Umsatz wuchs auch gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 um rund 90 Millionen.

Die Expansion fand in allen Regionen und Märkten statt. Der Absatz in der Elektronikindustrie nahm um 24 Prozent auf 171 Millionen Franken zu. Ein Wachstum, das auch auf die Coronapandemie zurückzuführen ist. Die Nachfrage nach mobilen Geräten und Heimelektronik wachse auch durch den Trend zum Homeoffice, sagte CEO Jens Breu. Um Kapazitäten für das weitere Wachstum in diesem Bereich zu schaffen, baut SFS die Produktionsanlagen im chinesischen Nantong bis 2023 aus.

Elektrifizierung treibt Innovation in der Autoindustrie

Auch die Autoindustrie erholte sich merklich, vor allem im zweiten Quartal. So setzte SFS in diesem Markt im ersten Semester 225,6 Millionen Franken um, mehr als 50 Prozent im ersten Halbjahr 2020. Die Elektrifizierung der Automobile erweise sich als eigentlicher Treiber nicht nur von Innovationen, sondern auch fürs Wachstum, sagte Breu. Für elektrische Bremsen ist auch in Heerbrugg eine Werkerweiterung im Bau.

Auch Bausegment entwickelt sich gut

SFS-CEO Jens Breu.Bild:

SFS-CEO Jens Breu.
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Tatjana Schnalzger

Auch das wichtige Bausegment hat sich in den ersten sechs Monaten weiterhin gut entwickelt. Der Umsatz legte um 23 Prozent auf 315 Millionen Franken zu. Deutlich schwächer fiel das Wachstum hingegen in der Medizinaltechnik aus. Das Segment wuchs um nur gerade 2 Prozent auf 68,1 Millionen Franken. Hier wirke sich aus, dass wegen Corona weiterhin andere Operationen verschoben würden, sagte Breu.

Unter dem Strich resultierte im ersten Halbjahr ein Konzerngewinn von 134 Millionen. Zur Profitabilität hätten auch ein gutes Kostenmanagement geführt sowie die Weitergabe der Preissteigerungen im Einkauf.

SFS steigert Umsatz

Umsatz pro Endmarkt in Millionen Franken 1.HJ 2020 1.HJ 2021 Veränderung %
Automobilindustrie 149,8 225,6 50,6
Bauindustrie 255,9 314,9 23
Elektronikindustrie 137,5 170,8 24,2
Medizinaltechnik 66,8 68,1 2
Übrige Industrie 163,7 178,4 9
Umsatz Total 773,7 957,8 23,8
EBIT 71 164,1 131

Lokale Lieferketten zahlen sich aus

Ausgezahlt habe sich nun, dass man im letzten Jahr auf einen Personalabbau verzichtet habe und stattdessen mit Mitteln wie Kurzarbeit das Personal hielt. So habe man in der Erholungsphase die hohe Nachfrage auch bewältigen können, sagte Breu. Ebenfalls ausgezahlt habe sich die langfristig ausgelegte «Local-For-Local»-Strategie. Damit versucht SFS, die Wege kurz zu halten. Was in Asien abgesetzt wird, wird auch dort produziert. Gerade in den letzten Monaten, als die Lieferketten weltweit verstopft waren, war das ein Vorteil.

Zwar habe auch die SFS manchmal nur zwei bis drei Tage später liefern können als gehofft, sagte Breu. «Wir konnten aber immer liefern. Das hat uns auch neue Kunden gebracht.»

Rest des Jahres birgt noch Unsicherheiten

Verstopfte Lieferketten, Rohstoffmangel und Preissteigerungen dürften im weiteren Verlauf des Jahres wichtige Themen bleiben, glaubt Breu. So seien für verschiedene Rohstoffe teils hohe zweistellige Preissteigerungen angekündigt worden. Diese Situation könnte die weitere positive Entwicklung dämpfen. So hemme der Mangel an Chips die Produktion von Autos deutlich. Auch auf dem Bau dürften die Preissteigerungen zu Verschiebungen führen.

Auch der weitere Verlauf der Coronapandemie sorge noch für Unsicherheit. Trotzdem erwartet SFS für das ganze Jahr einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Franken.