INDUSTRIE
SFS baut Standort in China beträchtlich aus – Investition von 32 Millionen Franken

Der Rheintaler Technologiekonzern erweitert seinen zweitgrössten Standort um 70 Prozent. Als Teil des Projekts kauft SFS zudem Landreserven für einen weiteren Ausbau.

Thomas Griesser Kym
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Das SFS-Werk im chinesischen Nantong.

Das SFS-Werk im chinesischen Nantong.

Visualisierung: PD

«Ausreichende Kapazität für künftiges Wachstum bereitstellen» – das ist die Absicht hinter dem Projekt der SFS, ihren zweitgrössten Gruppenstandort im chinesischen Nantong um 70 Prozent zu erweitern. Die Nutzfläche wird danach 130'000 Quadratmeter betragen. Das entspricht der Grösse von 18 Fussballfeldern. SFS investiert insgesamt 32 Millionen Franken.

Das ist etwa so viel wie der ursprüngliche Bau gekostet hat. Der Standort Nantong, erbaut im Jahr 2018, ist die Basis der SFS Group für ihre Geschäftstätigkeiten in China. Das Werk vereine erstmals alle Kerntechnologien des Herstellers von Befestigungssystemen und Präzisionsformteilen unter einem Dach, inklusive Kaltumformung, Stanzen, Zerspanung oder umfangreicher Oberflächenbehandlungen.

Elektronikartikel florieren, Autoindustrie ist wieder angesprungen

Die Präsenz mehrerer SFS-Divisionen in Nantong erleichtere den Know-how- und Technologietransfer und helfe, Skaleneffekte zu erzielen. Wie SFS weiter schreibt, sind die Produktions- und Lagerkapazitäten im Werk Nantong früher als erwartet hoch ausgelastet.

Wesentliche Treiber dieser Entwicklung seien ein anhaltendes Wachstum der Division Electronics in den Segmenten Mobile Devices und Lifestyle-Electronics (hier liefert SFS beispielsweise Miniaturschrauben für Smartphones und andere elektronische Geräte) sowie eine steigende Nachfrage anderer Divisionen nach Produktionskapazität. Konkret nennt SFS etwa die Division Automotive als Zuliefererin der Autoindustrie.

SFS veranschlagt eine Bauzeit von anderthalb Jahren

Zudem hat SFS im ersten Halbjahr 2021 den Produktionsstandort der Division Riveting (mechanische Befestigungssysteme wie Nieten) vom chinesischen Nansha nach Nantong verlegt, was dort ebenfalls Kapazität beansprucht. Der Standort Nansha wurde im Anschluss an den Umzug verkauft.

Laut SFS beginnen die Bauarbeiten zum Ausbau des Standorts Nantong im ersten Quartal 2022 und sollen innert 18 Monaten abgeschlossen sein. Geplant sei, den Neubau im Herbst 2023 zu beziehen. Das Projekt enthält auch den Kauf zusätzlicher Landreserven für einen weiteren Ausbau.

Keine Verlagerung vom Rheintal nach China

In Nantong beschäftigt SFS aktuell rund 1800 Mitarbeitende. Die Erweiterung schaffe Potenzial, um die Beschäftigtenzahl schrittweise signifikant weiter zu erhöhen, sagt SFS-Sprecher Claude Stadler. Künftig dürften sich die beiden grössten Standorte der SFS, Rheintal und Nantong, ungefähr auf Augenhöhe bewegen. Stadler betont, in Nantong produziere SFS für lokale Kunden, es gebe keine Verlagerung vom Rheintal dorthin.

Die SFS Group mit Hauptsitz in Heerbrugg hat weltweit rund 10'000 Mitarbeitende und setzte im Jahr 2020 gut 1,7 Milliarden Franken um. Für 2021 rechnet SFS mit 1,9 Milliarden Franken.

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