INDUSTRIE
Hohe Nachfrage: SFS schraubt Erwartungen nach oben

Der Absatz des Rheintaler Technologiekonzerns SFS entwickelt sich besser als erwartet. Deshalb prognostiziert er für 2021 mehr Umsatz und eine höhere Rentabilität als bisher in Aussicht gestellt.

Thomas Griesser Kym
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Produktion bei SFS im Werk am Hauptsitz in Heerbrugg.

Produktion bei SFS im Werk am Hauptsitz in Heerbrugg.

Bild: PD

Seit dem dritten Quartal 2020 beobachtet der Befestigungstechnikkonzern SFS mit Sitz in Heerbrugg eine anhaltend hohe Nachfrage. Deren Entwicklung sei bezüglich Märkte, Divisionen und Regionen breit abgestützt und habe sich 2021 in verschiedenen Bereichen verstärkt. Resultat: Die Auslastung ist gut, und die Ertragslage entwickelt sich «deutlich positiv».

Vor diesem Hintergrund und der Annahme, dass die Dynamik im zweiten Semester anhält, schraubt SFS die Erwartungen für das ganze Geschäftsjahr 2021 nach oben. Prognostiziert wird nun ein Umsatz von 1,9 Milliarden Franken nach 1,7 Milliarden im Vorjahr, und das Plus soll organisch zustande kommen, also nicht durch Akquisitionen. Bisher war einfach eine Rückkehr zu organischem Wachstum in Aussicht gestellt worden. Die operative Marge soll 15 Prozent des Umsatzes erreichen statt um den Vorjahreswert von 13,3 Prozent zu liegen kommen. Dabei spielen auch Kosteneinsparungen eine Rolle.

Belastung der Lieferketten

SFS schreibt aber auch:

«Der teils sehr hohe Nachfragebedarf belastet die Lieferketten erheblich, was in vielen Bereichen zu Preiserhöhungen führt, welche im Markt weitergegeben werden müssen.»

SFS-Sprecher Claude Stadler ergänzt dazu, nach dem Nachfrageeinbruch 2020 habe die Industrie Kapazitäten reduziert, und nun gebe es «eine massive Gegenbewegung» bei der Nachfrage, was auch hohen Druck auf die Lieferketten ausübe.

Präzisionsbauteile von SFS.

Präzisionsbauteile von SFS.

Bild: Tobias Garcia

Bei SFS selber sei die Lieferbereitschaft grundsätzlich nach wie vor hoch, sagt Stadler. Das gelte vor allem bei Produkten mit hoher eigener Wertschöpfung. Stadler sagt:

«2020 haben wir uns mit temporären Massnahmen beholfen wie etwa Kurzarbeit. So konnten wir die Kapazität reduzieren, Arbeitsplätze erhalten und uns auf die zu erwartende Erholung vorbereiten.»

Auf dieser Basis sei es SFS schliesslich gelungen, «rasch wieder auf die teilweise sprunghaft steigende Nachfrage zu reagieren und die ihrerseits stark geforderten Kunden zu bedienen». Zugute komme SFS, dass man die Standorte nahe bei den Kunden etabliert hat und nach Möglichkeit auch auf regionale Lieferanten setzt. Stadler weiss:

«Lastwagentransporte von der Schweiz nach Deutschland oder umgekehrt sind weniger störungsanfällig als beispielsweise Schiffstransporte von Übersee.»

SFS überwälzt Preissteigerungen auf die Kunden

Früher schrieben Unternehmen bei Preissteigerungen von Rohstoffen oder Vorprodukten oft, es sei schwierig, die höheren Preise auf die Kunden zu überwälzen. Ist dies nun einfacher? Stadler sagt:

«Wir spüren ein grösseres Bewusstsein seitens der Kunden, dass es einerseits unabdingbar ist und dass es andererseits angesichts der Preissteigerungen sowie Verknappung vieler Materialien Voraussetzung ist für eine zeitgerechte Belieferung.»

Stadler sieht aber auch hier eine mögliche Gegenbewegung in der Zukunft:

«Die Preiserhöhungen können die Nachfrage auch wieder dämpfen.»

Corona als unberechenbarer Wegbegleiter

Im Weiteren schreibt SFS, wegen der Pandemie «ist der Ausblick auf des Gesamtjahrs 2021 weiterhin mit Unsicherheiten und Risiken behaftet». Das heisst, eine weniger gute Entwicklung als prognostiziert kann wegen Unwägbarkeiten im Zusammenhang mit Corona nicht ausgeschlossen werden. Detaillierte Informationen zum Geschäftsgang legt SFS zusammen mit dem Semesterbericht am 20. Juli 2021 vor.