In der Welt der «Robo-Bosse»

Immer mehr Unternehmen wie Amazon oder Tesco überwachen ihre Mitarbeiter bereits heute mit GPS und Fitness-Trackern. Wie viele Schritte sie gehen, wie lange sie für ein Paket brauchen. Ein Roboter-Boss könnte diese Daten auswerten und dann Anweisungen erteilen.

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Immer mehr Unternehmen wie Amazon oder Tesco überwachen ihre Mitarbeiter bereits heute mit GPS und Fitness-Trackern. Wie viele Schritte sie gehen, wie lange sie für ein Paket brauchen. Ein Roboter-Boss könnte diese Daten auswerten und dann Anweisungen erteilen. Etwa: «Du hast zu wenig geschlafen, bleib' heute lieber mal zu Hause!» Der Fahrdienstleister Uber hat das mittlere Management faktisch abgeschafft. Dort bestimmen Algorithmen, wer wann welche Route zu welchem Tarif fährt.

Das Marktforschungsinstitut Gartner schätzt, dass bis 2018 drei Millionen Arbeiter von einem «Robo-Boss» beaufsichtigt werden. «Roboterchefs werden zunehmend Entscheidungen treffen, die zuvor nur von menschlichen Managern getroffen werden konnten», heisst es in einem Bericht.

Nirgendwo ist die Entwicklung von Robotern so weit vorangeschritten wie in Japan. Dort wurde im letzten Jahr sogar schon ein Roboter-Concierge in einem Hotel präsentiert. Doch nachfolgende Innovationen würden die Entwicklung auf eine neue Stufe stellen. Nicht mehr der Mensch befehligt die Maschine, sondern die Maschine den Menschen. Die Frage ist nicht nur, was das für die Arbeitsorganisation bedeutet, wenn ein Roboter Menschen beaufsichtigt. Es stellen sich auch Fragen, was das alles für die Unternehmenskultur der Zukunft heissen wird. (A. L.)