In den Startlöchern

Die Jungunternehmerplattform Startfeld und die St. Galler Kantonalbank verliehen gestern zum zweitenmal den «Startfeld-Diamant» an innovative Jungunternehmen. Den ersten Preis gewann die Cosibon AG.

Kaspar Enz
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Thorben Keller (links) gewann mit seiner Cosibon AG beim «Startfeld Diamant» den ersten Platz. SGKB-CEO Roland Ledergerber überreicht Trophäe und Siegesprämie. (Bild: Ralph Ribi)

Thorben Keller (links) gewann mit seiner Cosibon AG beim «Startfeld Diamant» den ersten Platz. SGKB-CEO Roland Ledergerber überreicht Trophäe und Siegesprämie. (Bild: Ralph Ribi)

ST. GALLEN. «Es freut uns sehr, dass wir diese Auszeichnung erhalten», wandte sich Thorben Keller schliesslich ans Publikum. Eben hatte er mit seiner Cosibon AG den ersten Preis des «Startfeld- Diamants» erhalten: Neben dem Diamanten aus Glas einen Check über 30 000 Franken. Denn «als Spin-off der Universität St. Gallen sind wir stark verwurzelt hier».

Wissenstransfer fördern

Diese Verbindung mit der HSG sei einer der Gründe, warum die Cosibon AG den ersten Preis erhalte, sagte Roland Ledergerber, CEO der St. Galler Kantonalbank und Mitglied der Jury. Denn ein Ziel der Jungunternehmerplattform Startfeld und der SGKB, die den Preis gemeinsam ausrichten, sei es auch, den «Wissenstransfer von unseren Ausbildungsstätten in die reale Wirtschaft» zu fördern.

Die Cosibon AG war aus einem Forschungsprojekt an der HSG hervorgegangen. Das Resultat: Mittels einer Smartphone-App können Kunden von Detailhändlern auf das Wissen zugreifen, das diese Händler dank ihren Rabattkarten-Systemen bereits über ihre Kunden haben. Und so verstehen, wofür sie eigentlich ihr Geld ausgeben, wie Thorben Keller erklärt. Die App löse so nicht nur den Kassabon ab, sagte Ledergerber. Sie verbinde diese Funktionen auch mit einer sozialen Komponente über die Anbindung an soziale Netzwerke. So könne sie die Effektivität des Marketings der Detailhändler entscheidend steigern, sagte Ledergerber.

Diamanten und Checks über je 5000 Franken gab es für die übrigen drei Jungunternehmen, die es in den Final geschafft haben: die Herisauer Box Tango GmbH, die das Umladen von Containern von der Strasse auf die Schiene erleichtern will, die Timesensor AG, die eine Mac-Software für Anwälte entwickelt hat, und die Swissphotovoltaik AG mit ihren schlüsselfertigen Solaranlagen.

Viele Fragen offen

Die Auswahl des Siegers aus diesen vier Finalisten sei «keine leichte Aufgabe gewesen», sagte IHK-Direktor und Jurymitglied Kurt Weigelt. «In dieser frühen Phase gibt es noch viele Fragezeichen. Aber wie bei jedem Preis muss schlussendlich einer gewinnen.»

Der Cosibon AG habe schon die Teilnahme am Jungunternehmerwettbewerb genützt, sagte Thorben Keller – dadurch sei sein Unternehmen bei einigen möglichen Kunden bekanntgeworden. Wann seine App auf Schweizer Smartphones auftauche, könne er noch nicht sagen. Das Interesse der Detailhändler sei da, sagt er. «Wir sind in Verhandlungen.»