In den Fussstapfen des Vaters

Nayla Hayek präsidiert neu den grössten Schweizer Uhrenkonzern Swatch. Sie ersetzt ihren im Alter von 82 Jahren verstorbenen Vater Nicolas G. Hayek.

Thorsten Fischer
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Nayla Hayek (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Nayla Hayek (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Biel. Nayla Hayek tritt die unternehmerische Nachfolge ihres verstorbenen Vaters Nicolas G. Hayek an. Das Aufsichtsgremium der Swatch Group hat sie einstimmig zur Verwaltungsratspräsidentin gewählt. Das teilte das Uhrenunternehmen gestern mit. Hayek war bisher Vizepräsidentin des Swatch-Verwaltungsrates. Sie sei in den letzten Jahren auf diese Funktion vorbereitet worden und verfüge über eine langjährige Erfahrung im Verwaltungsrat, schreibt die Gruppe. Überdies sei sie über Jahre erfolgreich operativ tätig gewesen.

Uhren und Pferde

Nayla Hayek ist regelmässig auch in der Ostschweiz zu Gast – am Pferdesportanlass CSIO in St. Gallen. Zum einen ist die zur Swatch Group gehörende Marke Longines offizielle Zeitnehmerin des Turniers. Zum anderen gilt Hayek selbst als passionierte Pferdezüchterin. Peter Stössel, Präsident des CSIO Schweiz, beurteilte die Wahl Nayla Hayeks als «sehr positiv». Stössel sagte auf Anfrage, die gefundene Nachfolgeregelung zeige die Nachhaltigkeit des Unternehmers Nicolas Hayek.

Er habe nicht nur an sich gedacht, sondern stets auch an die weitere Zukunft des Unternehmens. Bereits seit 1995 ist Nayla Hayek Mitglied des Verwaltungsrats; im Frühling dieses Jahres war sie zur Vizepräsidentin ernannt worden.

Ihr Bruder Nick Hayek, der im Vorfeld von gewissen Medien ebenfalls als Präsident gehandelt wurde, ist als operativer Chef des Unternehmens tätig.

Doppelmandat vermieden

Die Berufung Nayla Hayeks bezeichnete auch René Weber von der Bank Vontobel als «gute Lösung». Wie der Analyst zur Agentur SDA sagte, wäre die Diskussion ums Doppelmandat losgegangen, wenn Nick Hayek neben der Aufgabe als Konzernchef auch noch das Präsidium übernommen hätte. Zwar hätte sich in diesem Fall auch Marc Hayek, der Sohn von Nayla Hayek, um die operativen Geschäfte der Gruppe kümmern können. Er ist derzeit Chef von Swatch-Luxusmarken wie Blancpain oder Frédéric Piguet.

Doch Experte Weber geht davon aus, dass das Amt für den 39-Jährigen zu früh gekommen wäre. Mit der Berufung von Nayla Hayek sei nun ebenso die aktive Rolle der Familie bei Swatch unterstrichen worden.

Am Samstagnachmittag ist zu Ehren von Firmengründer Hayek eine öffentliche Gedenkfeier im Berner Kursaal geplant.