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IMPORT: Tafelobst ist nicht vom Tisch

Die Befürchtungen, dass bald kein Schweizer Obst mehr zu haben ist, wird von Verarbeitern und Grossverteilern zerstreut. Bis Mitte Jahr reichen die Vorräte noch. Eng wird es aber bei einzelnen Sorten, und Birnen müssen bereits importiert werden.
Stefan Borkert
Bei der Tobi Seeobst AG sind letztes Jahr deutlich weniger Ostschweizer Äpfel eingelagert worden. (Bild: Reto Martin)

Bei der Tobi Seeobst AG sind letztes Jahr deutlich weniger Ostschweizer Äpfel eingelagert worden. (Bild: Reto Martin)

Stefan Borkert

Die geringste Schweizer Obst­ernte seit mehreren Jahrzehnten wirkt sich auf den Schweizer Obstmarkt aus. Ernsthafte Probleme wird es nur dann geben, wenn auch 2018 ein ganz schlechtes Obstjahr wird. «Beim Apfelsaft handelt es sich um ein Naturprodukt. Daher lässt sich die Mostobsternte nicht beeinflussen», erklärt Christian Consoni, Chef der Ramseier Suisse AG.

Ernst Möhl von der Arboner Mosterei Möhl AG sagt: «Die Ernte war auch für uns sehr klein. Dank der grossen Reserven aus dem Vorjahr haben wir keine Probleme.» Er betont: «Seit 1957 haben wir nie mehr Saft, Obst oder Konzentrat importiert. Probleme für uns gibt es nur, wenn wir im kommenden Frühling wieder einen Frost höheren Ausmasses hätten.» Aber: «Wir hoffen, dass diese äusserst seltene Konstellation nicht eintritt.»

28000 Tonnen verarbeitet. 90000 werden gebraucht

Gemäss dem Schweizer Obstverband (SOV) sind 2017 nur rund 22000 Tonnen Mostäpfel und 6000 Tonnen Mostbirnen verarbeitet worden. Das entspricht bei den Äpfeln circa 24 Prozent und bei den Birnen rund 39 Prozent der durchschnittlichen Erntemenge der letzten zehn Jahre. Grund für die geringste Ernte seit 1957 waren die ausserordentlichen Frostnächte im Frühjahr 2017. Entsprechend bewegt sich der Ernteertrag deutlich unter dem jährlichen Bedarf, der bei rund 80000 Tonnen Äpfeln und 9600 Tonnen Birnen liegt. «Wir haben 2017 in unseren Moste­reien in Oberaach und Sursee 14600 Tonnen Mostobst verarbeitet. Damit waren die Mostereien nicht ausgelastet», sagt Consoni. Er schliesst eine kleinere Menge Importe nicht aus, betont aber: «Der Apfelsaftanteil besteht weiterhin zu 100 Prozent aus reinen Schweizer Äpfeln.» Bei den Birnen sieht es hingegen anders aus: «Der Bedarf an Birnen muss jedoch ausnahmsweise durch Zukäufe aus Italien und Deutschland gedeckt werden.» Georg Bregy, Direktor des SOV erklärt, dass die geringe Ernte vielen Betrieben grössere Probleme bereitete. «Die Schwankungen müssen die Produzenten, Verarbeiter und Händler grundsätzlich selber tragen. Jetzt hoffen alle auf eine gute Ernte 2018.»

Gerüchten, dass es bereits im Januar oder Februar kein einheimisches Kernobst mehr zu kaufen gibt, tritt Benno Neff, Geschäftsführer der Tobi Seeobst AG in Bischofszell, entgegen: «Nein, die Lager sind noch nicht leer.» Aber die Bestände seien deutlich geringer als zu dieser Jahreszeit üblich. «Es wird auch im Mai und Juni noch Schweizer Äpfel zu kaufen geben.» Er betont aber: «Allerdings in beschränktem Masse und nur noch wenige Sorten.» Am längsten werden die Sorten Golden und Jazz in den Obstregalen zu finden sein. Gala-Äpfel reichen demnach noch bis Mai. Neff erklärt, dass Birnen bereits zu fast 100 Prozent aus Italien, Belgien und den Niederlanden importiert werden. Ernteschwankungen sind auch für ihn Teil des Geschäfts: «Gegen extreme Witterungseinflüsse werden wir weiterhin machtlos sein.»

Aktionen mit Äpfeln fallen aus

Solange als möglich wollen Detailisten, Grossverteiler und Discounter Schweizer Obst anbieten. Aber Philippe Vetterli von Aldi Suisse sagt auch, das man das Sortiment mit Importware ergänze. Silvia Manser erklärt für Spar, dass man noch genügend Schweizer Äpfel im Sortiment habe. Wie lange die Lieferanten noch liefern können, sei schwer zu sagen. Bei Denner ist man zuversichtlich, noch lange Schweizer Äpfel anbieten zu können, aber Denner-Sprecher Thomas Kaderli sagt auch, dass das Sortiment mit Importen ergänzt werden müsse. Lidl-Sprecherin Corina Milz bestätigt das und ergänzt, dass man aufgrund des Mangels derzeit keine Apfel-Aktionen anbieten könne, wie das normalerweise der Fall sei.

Coop-Srecher Ramón Gander und Migros-Sprecherin Alexandra Kunz sagen, dass man bei Knappheit Ware aus den umliegenden Ländern importiere. Kunz sagt ausserdem: «In der Regel importieren wir rund 10 Prozent Kernobst aus dem Ausland.» Das betreffe die Übergangsphase zur nächsten Schweizer Ernte.»

Volg importiert bereits Birnen. Tamara Scheibli erläutert: «Bei den Birnen ist in normalen Jahren ab Mitte April keine Schweizer Ware mehr verfügbar. Der Importanteil liegt in normalen Jahren bei gegen 20 Prozent.» Bei den Äpfeln sei die Importphase wesentlich kürzer. «In normalen Jahren wird nur während einem Monat auf Importware zurückgegriffen.»

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