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Implenia Hauptaktionär: Ein Börsengang wäre «zu radikal»

Max Rössler, Ankeraktionär des Baukonzerns Implenia, erklärt wieso er ein Bündnis mit der Investmentgesellschaft Veraison eingegangen ist. Er bremst aber deren weitreichenden Absichten.
Roman Schenkel
Steht beim Baukonzern Implenia ein Umbau an? (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Steht beim Baukonzern Implenia ein Umbau an? (Bild: Urs Flüeler/Keystone)

Der Schweizer Baukonzern Implenia soll aufgespalten werden. Diese Forderung platzierte Gregor Greber, Chef der Investmentgesellschaft Veraison in einem Interview beim Online-Magazin «The Market». Greber forderte eine «konsequente Trennung des Entwicklungs- vom Baugeschäft». Veraison hatte sich vergangene Woche mit dem langjährigen Grossaktionär Max Rössler zusammengetan und eine Beteiligung von 18,1 Prozent gemeldet. Die Aktionärsgruppe wolle Implenia «auf dem Weg zurück zum Erfolg» unterstützen.

Max Rössler. (Bild: PD)

Max Rössler. (Bild: PD)

Risiken sollen reduziert werden

Nun äussert sich erstmals Grossaktionär Max Rössler zu den Plänen der neu gegründeten Aktionärsgruppe. Er besitzt über 16 Prozent aller Aktien des Unternehmens. Was sind die Gründe, dass sich der als passiv beschriebene Investor mit einer aktivistischen Beteiligungsfirma zusammentut? Er sei nur passiv, so lange es nichts auszusetzen gibt, korrigiert der 79-jährige. Er habe dem neuen Management um den ehemaligen Pharmamanager André Wyss, der im Herbst 2018 das Ruder vom langjährigen CEO Anton Affentranger übernommen hatte, nun eine Zeit lang zugeschaut. Nun sei es aber an der Zeit, dass der Baukonzern in risikoärmere Fahrwasser gelange, sagt der studierte ETH-Mathematiker. Veraison habe ähnliche Ziele wie er, deshalb sei er das Bündnis eingegangen. «Wir wollen gemeinsam etwas Druck aufsetzen.»

Rössler ist einverstanden mit den Plänen von Veraison-Chef Greber, wenn es um die Abspaltung der Entwicklungssparte vom klassischen Baugeschäft geht. «Die Projektentwicklung läuft gut und stabil, im Baugeschäft bergen sich aber die Risiken», sagt Rössler. So musste der grösste Schweizer Baukonzern im vergangenen Jahr hohe Wertberichtigungen auf Projekte im Ausland vornehmen, mit der Folge, dass die Gewinne eingebrochen sind, die Dividende massiv gekürzt werden musste und die Aktie fast die Hälfte ihres Werts eingebüsst hat. «Es bestehen immanente Risiken, dass stille Reserven des Entwicklungsgeschäfts angetastet werden, um allfällige Löcher im Baugeschäft zu stopfen», sagt Rössler. Etwa mit den grossen Landreserven, die mit einem Wert von rund 200 Millionen Franken in der Bilanz des Entwicklungsgeschäfts schlummern. Gemäss Veraison-Chef Greber liegt deren Marktwert gar deutlich höher.

Als «nicht unbedingt erforderlich» bezeichnet der Implenia-Hauptakionär jedoch die Pläne mit dem Börsengang des Entwicklungsgeschäfts: «Das wäre ein etwas zu radikaler Schritt. Ich bevorzuge eine Holdingstruktur, in der das Baugeschäft und das Entwicklungsgeschäft als zwei getrennte Gesellschaften fungieren, aber nach wie vor unter einem Dach bleiben», so Rössler.

Schon gegen Ende der Ära Affentranger sei ihm die expansive Geschäftspolitik des Baukonzerns zunehmend mit zu viel Risiken behaftet gewesen. «Affentranger hat gegen Ende viel versprochen, die Resultate waren aber ernüchternd.» Vor allem sei das Eigenkapital der Baufirma aufgrund des Bilanzwachstums stark zurückgegangen. «Das hat mir gar nicht gefallen», sagt Rössler. Diese Entwicklung habe sich unter dem neuen Management nicht geändert, das bereite ihm Sorgen. Implenia werde deshalb kaum in diesem Stil weiterfahren können. «Angesichts der Risiken im internationalen Geschäft scheint mir die Eigenkapitalquote zu niedrig», sagt Rössler.

Management soll an Bord bleiben

Er habe derzeit keine Absicht seinen Anteil am Baukonzern zu verändern, sagt Rössler. Es gelte nun weitere Aktionäre ins Boot zu holen und von den Plänen der Aktionärsgruppe zu überzeugen. Überzeugt werden soll aber auch die Implenia-Führung. Rössler wünscht sich, dass das bestehende Management an Bord bleibe. «Nach den zuletzt vielen Wechseln im Management möchte ich Kontinuität», sagt er.

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