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IMMOBILIENMARKT: Zu viel Gemütlichkeit ist riskant

Für Investoren, aber auch Wohnungssuchende hat der Markt immer wieder Schnäppchen bereitgehalten. Nun ändern sich die Vorzeichen. Experten raten, wachsam zu bleiben, anstatt sich zurückzulehnen. Speziell neue Wohnformen fordern heraus.
Thorsten Fischer
Wie stark vernetzt ist das Eigenheim der Zukunft? Die Art der Technologie entscheidet über Chancen am Markt. (Bild: Katarzyna Bialasiewicz/Getty)

Wie stark vernetzt ist das Eigenheim der Zukunft? Die Art der Technologie entscheidet über Chancen am Markt. (Bild: Katarzyna Bialasiewicz/Getty)

Thorsten Fischer

Wer in den vergangenen zehn Jahren auf Immobilienanlagen gesetzt hat, war im Schnitt deutlich besser unterwegs als an der Börse. Das Umfeld verändert sich jedoch. Nicht abrupt, «aber der Wind hat etwas gedreht», stellten Experten am diesjährigen Immobilienforum der St. Galler Kantonalbank (SGKB) fest.

Zum einen betrifft dies das Spiel von Angebot und Nachfrage. Albert Koller, Mitglied der SGKB-Geschäftsleitung, erinnerte vor den 700 Interessierten in der Olma-Halle an die aktuelle Ostschweizer Ausgangslage. «Nachdem die Preise für Wohneigentum in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind, können heute viele Anbieter ihre Preisvorstellungen nicht mehr ohne weiteres durchsetzen.» Insbesondere auf den Mietwohnungsmärkten hätten die Wohnungssuchenden das Sagen: Der intensive, zinsgetriebene Neubau habe die Auswahl an verfügbaren Objekten deutlich verbreitert.

In der Ostschweiz stellt das Beratungsunternehmen Wüest Partner denn auch mit 3,3 Prozent (Schweiz: 2,4 Prozent) einen überdurchschnittlichen Leerstand an Mietwohnungen fest.

Freilich freut das die Nachfrager. Wer aber in Bauprojekte investiert, kann nicht mehr automatisch auf stattliche Renditen hoffen. Patrick Schnorf vom ­Unternehmen Wüest Partner hielt beispielsweise fest, dass sich die Immobilienanlagen im laufenden Jahr bisher schlechter als der Aktienmarkt entwickelt hätten. Zwar bleiben Immobilien relativ gesehen eine interessante Anlagekategorie. Aber Schnorf erinnerte, dass jede ­gemütliche Phase irgendwann endet und man rechtzeitig die nächsten Schritte planen sollte. Zumindest für 2018 erwarteten die am Forum anwesenden ­Experten keinen Zinsschritt, der das Umfeld für Immobilien auf den Kopf stellt.

Technologie hat grossen Einfluss

Ökonomische Mechanismen sind allerdings bloss eine der Herausforderungen. Ein Podiumsgespräch, geleitet von Wirtschaftsjournalistin und Moderatorin Susanne Giger, zeigte, dass sich technologische Entwicklungen stärker als gedacht auf Anlagestrategien für Immobilien auswirken. Die Runde – zu der neben Koller und Schnorf auch Marcel Rova, Chef der Zurich IMRE AG, sowie Matthias Hutter, Geschäftsführer der Sonnenbau-Gruppe, stiessen – war sich in einem Punkt rasch einig. Trends wie digitale Vernetzung und Industrie 4.0 wandeln die Gesellschaft zweifellos um. Und die Bau- und Immobilienwirtschaft hat diese Entwicklung durchaus auf dem Radar. Doch im Unterschied zum virtuellen Raum, wo sich neue Projekte praktisch über Nacht umsetzen lassen, braucht es in der realen Welt deutlich mehr Vorlauf. Drei bis vier Jahre sind bei Grossprojekten realistisch, von den ersten Plänen über das Bewilligungsverfahren bis zum schlüsselfertigen Bau. Die grosse Frage – gerade auch für ­Investoren – lautet: In welche Trends soll man investieren, welche Technologien und Raumkonzepte werden sich im Alltag auf Dauer durchsetzen?

Von der Logistik bis zum Home-Office

Zu prüfen ist etwa, ob es wegen des boomenden Internethandels in den kommenden Jahren mehr Logistikzentren in den Regionen braucht. Oder ob es mit dem Einsatz von Robotern in Fabriken plötzlich andere Anforderungen beim Bau von Produktionshallen gibt. Innerhalb des eigenen Heims taucht die Frage auf, wie Wohnräume am besten konzipiert werden, um ein reibungsloses, vernetztes Arbeiten zu Hause zu ermöglichen. Trotz der vielen offenen Punkte zeigten sich die Immobilienexperten zuversichtlich, solche Fragen markt­gerecht lösen zu können.

Dass Trends dennoch schwierig abzuschätzen bleiben, zeigte eine Strassenumfrage, die am ­Forum eingespielt wurde. Darin beschrieben die meisten Passanten ihr Traumhaus als grosszügig, mit weiten, lichtdurchfluteten Räumen. Am Markt macht sich derzeit aber verstärkt die Nachfrage nach kleineren Wohnungen bemerkbar, weil die Zahl der Einpersonenhaushalte zunimmt.

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