IMMOBILIEN
Kantonalbanken investieren in St.Galler Softwarefirma Emonitor

Bei digitalisierten Transaktionen mit Immobilien ist die Emonitor AG bereits Marktführer. Diese Stellung könnte sie noch ausbauen: Drei Kantonalbanken beteiligen sich am Softwareunternehmen. Es soll künftig eng mit der Immobilienplattform Newhome.ch zusammenarbeiten.

Kaspar Enz
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Das St.Galler Softwareunternehmen Emonitor digitalisiert Prozesse um den Verkauf und die Verwaltung von Liegenschaften.

Das St.Galler Softwareunternehmen Emonitor digitalisiert Prozesse um den Verkauf und die Verwaltung von Liegenschaften.

Andy Mueller/ EQ

Für die Kantonalbanken sind Immobilen das Kerngeschäft. Sie vergeben einen Grossteil der Hypotheken in der Schweiz. Deshalb führen 14 Kantonalbanken seit 2013 gemeinsam das Immobilienportal Newhome.ch. Dieser digitale Marktplatz soll nun einen neuen Partner bekommen. Die Kantonalbanken von St.Gallen, Graubünden und Luzern investieren in das St.Galler Softwareunternehmen Emonitor. Laut Jolanda Meyer, Sprecherin der SGKB, werde die BES Holding, die die drei Banken dafür gegründet haben, mit dieser Beteiligung zur grössten Minderheitsaktionärin des 2016 gegründeten Unternehmens.

Ökosystem Wohnen entwickeln

Enrico Lardelli, Graubündner Kantonalbank.

Enrico Lardelli, Graubündner Kantonalbank.

Bild: PD

Ziel der Beteiligung sei eine enge Kooperation von Newhome mit Emonitor. Das Unternehmen digitalisiert Prozesse des Immobiliengeschäfts wie Miete, Bewirtschaftung und Verkauf von Liegenschaften. Bei digitalisierten Transaktionen ist Emonitor Marktführer. «Mit den Kompetenzen und Fähigkeiten der Emonitor haben wir ein wichtiges Element in unserer Weiterentwicklung Richtung Ökosystem Wohnen gesichert», sagt Enrico Lardelli, Mitglied der Geschäftsleitung der Graubündner Kantonalbank gemäss der Mitteilung.

Laut Newhome-Geschäftsführer Roman Timm ermögliche die Zusammenarbeit, «das Angebot für unsere Kundinnen und Kunden noch attraktiver zu machen.»

Prozesse zusammenführen

Wie die Kooperation konkret ausgestaltet wird, müsse noch erarbeitet werden, sagt Jolanda Meyer. Emonitor sei führend, wenn es um Datenanalysen und die intelligente Digitalisierung der Prozesse rund um Immobilien gehe. Ziel der Kantonalbanken und von Newhome sei es, die Prozesse rund ums Wohnen nahtlos zusammenzuführen, und sie so für alle Beteiligten angenehmer zu gestalten. Die Zusammenarbeit mit Emonitor sei ein Bestandteil dieser Strategie.

Emonitor wurde 2016 gegründet. Die Gründer hatten zuvor für eine Zürcher Wohnbaugenossenschaft den Bewerbungsprozess für die Wohnungen digitalisiert. Nach weiteren Projekten erkannten sie, dass die Digitalisierung in der Branche noch in den Kinderschuhen stecke, wie es auf der Website heisst. 2019 gewann das Start-up erste namhafte Investoren, darunter auch die St.Galler Startfeld Stiftung.

Ideale Partner

Daniel Baur.

Daniel Baur.

Bild: PD

Daniel Baur, CEO und Mitgründer Emonitor, freut sich auf die neuen Investoren. «Die Kantonalbanken sind für uns die idealen Partner, da sie ein hohes Vertrauen in der Bevölkerung und im Immobilienmarkt geniessen», sagt er laut der Mitteilung.

Heute hat Emonitor 25 Mitarbeitende und Standorte in St.Gallen und Zürich. Ausserdem gründete sie eine IT-Entwicklungsagentur in Bosnien.

Mit der Beteiligung der Kantonalbanken nimmt Enrico Lardelli Einsitz im Verwaltungsrat der Emonitor. Die drei Kantonalbanken hoffen, in den nächsten Monaten noch mehr Kantonalbanken für die Beteiligung an der Emonitor AG zu gewinnen.

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