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Immer eine Antwort auf die Krise

Die Berlinger Group ist ein traditionelles Familienunternehmen im Toggenburg. Berlinger ist spezialisiert auf Dopingkontrollsysteme und Temperaturüberwachung. Dieses Jahr ist das Unternehmen Finalist des Prix SVC Ostschweiz.
Stefan Borkert
Andrea Berlinger Schwyter zeigt die manipulationssicheren Flaschen für Dopingkontrollen. Im Hintergrund arbeitet ein Spezialroboter. (Bilder: Ralph Ribi)

Andrea Berlinger Schwyter zeigt die manipulationssicheren Flaschen für Dopingkontrollen. Im Hintergrund arbeitet ein Spezialroboter. (Bilder: Ralph Ribi)

GANTERSCHWIL. Wenn irgendwo auf der Welt eine Dopingkontrolle durchgeführt oder wenn temperaturempfindliche Medikamente in den hintersten Winkel Afrikas transportiert werden, dann ist ziemlich sicher die Firma Berlinger aus Ganterschwil im Spiel. Über 130 Antidopingagenturen zählen zu ihren Kunden. Und auch was Temperaturüberwachung angeht, spielt das innovative Familienunternehmen in der Champions League. 60% der 20 Mio. Fr. Umsatz jährlich erzielt Berlinger mit einer breiten Palette selbst entwickelter Temperaturkontrolleinheiten. In den 1990er-Jahren war Berlinger in die elektronische Temperaturüberwachung eingestiegen und hat seither auch hier global die Nase mit immer neuen Entwicklungen vorn. Das neue System der konstanten Temperaturüberwachung schlägt bei zu grossen Schwankungen Alarm. Heute kann mittels eigens dafür entwickelter Software die Temperatur auch per App aus der Ferne überwacht werden.

Impfstoff auf Eselrücken

Der Ursprung dieses Geschäftsbereichs geht auf die 1980er-Jahre zurück. Berlinger gelang mit chemisch behandelten Indikatoren der Einstieg in die Überwachung der Temperatur von Medikamenten für internationale Impfkampagnen. Die Chemiestreifen verfärbten sich ab einer bestimmten Temperatur. Andrea Berlinger Schwyter zeigt auf das Foto eines Esels, der im Wüstengebirge eine Medikamentenbox trägt: «Auch darauf sind wir vorbereitet. In den entlegensten Winkeln der Erde, wo der Transport von lebensrettenden Arzneien oder Impfstoffen zum Schluss auf Eselrücken erfolgt, muss die Kühlkette geschlossen und kontrollierbar sein.» Allerdings war die Manipulation mittels der Indikatoren einfach. Man konnte ihn in die Sonne halten und so die Charge als verdorben ausgeben und Ersatz anfordern. Auf dem Schwarzmarkt brachten die Medikamente dann hohe Gewinne. Für die Weltgesundheitsorganisation WHO sei deshalb eine möglichst manipulationssichere Temperaturüberwachung und -kontrolle wichtig, sagt Andrea Berlinger Schwyter. Ausserdem würden die chemischen Indikatoren den genauen Zeitpunkt der Überhitzung nicht aufzeichnen. Das ist aber jetzt mit der elektronischen und digitalen Temperaturüberwachung möglich. Und mit ihr hat sich auch das Geschäftsfeld erweitert. Neben Arzneien kann nun auch der Transport hitzeempfindlicher Chemikalien oder Nahrungsmittel wie roher Fisch oder Delikatessen wie Gänseleberpastete überwacht werden. Weiter kommt es in Kühlschränken, etwa von Spitälern, zum Einsatz.

Gegen Manipulation im Doping

Andrea Berlinger Schwyter führt zusammen mit ihrem Mann Daniel das Unternehmen in der sechsten Generation. Letztes Jahr ist das 150jährige Bestehen der Firma gefeiert worden. Ein Jahr zuvor erst war man in den Neubau gezogen, ebenfalls in Ganterschwil.

Das Geheimnis der Dopingflaschen ist der manipulationssichere Verschluss, die fälschungssicher gekennzeichneten Flaschen und die lückenlose Rückverfolgbarkeit. «Höchste Qualität und ständige Innovationen gehören bei uns zum Tagesgeschäft», sagt Andrea Berlinger Schwyter und zeigt auf einen Roboter, der speziell für die Dopingflaschen entwickelt und gebaut wurde.

Wandel zur Hochtechnologie

2008 hat das Ehepaar die Firmenleitung übernommen. «Ich hatte das Bedürfnis, im elterlichen Betrieb aktiv zu sein», sagt sie. Tradition heisst bei Berlingers immer auch Wandel. Ob das Textilfabrikgebäude abgebrannt war, ob die Textilindustrie in der Ostschweiz zugrunde ging, Finanz- und Währungskrisen – immer hatte man bei Berlinger eine Antwort auf die Krise und ist so zu einem Hochtechnologiebetrieb geworden, der in Nachhaltigkeit ebenso investiert wie mittels modernen Lean-Managements die gut 90 Mitarbeiter beteiligt und die Produktionsabläufe ständig optimiert. «Die Umstellung auf Lean-Management war und ist für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung. «Die positiven Auswirkungen haben uns aber auch mitgeholfen, den Frankenschock zu überstehen. Schliesslich gehen 95 Prozent unserer Produkte in den Export», sagt die Chefin.

Höchste Sorgfalt gilt der Qualität und Rückverfolgbarkeit. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Höchste Sorgfalt gilt der Qualität und Rückverfolgbarkeit. (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

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