Abacus entwickelt im Schnellzugtempo Tool zur Zeiterfassung

Eigentlich wollte das St.Galler Software Unternehmen Abacus ihr Zeiterfassungstool Abatime erst nächstes Jahr auf den Markt bringen. Für Corona, Kurzarbeit und Home Office käme es aber gerade recht. Das Team hat deshalb Gas gegeben.

Kaspar Enz
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Abacus-Hauptsitz in Wittenbach.

Abacus-Hauptsitz in Wittenbach.

Bild: Benjamin Manser

Software Die Coronakrise schüttelt die Arbeitswelt durch. Viele Büros sind fast leer, weil die Angestellten von zu Hause aus arbeiten. Oder weil, wie für über ein Drittel aller Arbeitnehmer, Kurzarbeit herrscht. Wer wo wie viel arbeitet, ist deshalb für die Vorgesetzten gar nicht so leicht zu kontrollieren. Dabei müssen sie es wissen. Denn gerade Unternehmen, die Kurzarbeit beantragt haben, müssen die Arbeitszeit ihrer Mitarbeitenden genau dokumentieren.

Das tun viele KMU noch mit Excel-Tabellen, sagt Marc André Theytaz von der St.Galler Softwareunternehmen Abacus. Denn viele bestehende Software-Lösungen seien für KMU kaum lohnenswert. «Es gibt also gute Chancen für eine einfache Cloud-Lösung zur Zeiterfassung», sagt Theytaz. Die legt Abacus nun vor - rund ein Jahr schneller als geplant.

Zeiterfassung ist gefragt

«Schon seit der Einführung der Verordnung zum Arbeitsgesetz 2016, das von Firmen das Dokumentieren der Arbeitszeiten verlangt, fragen viele Kunden nach einer solchen Lösung», sagt Theytaz. Seit vier Jahren wird eine Zeiterfassung in das Lohnbuchhaltungsprogramm von Abacus integriert. «Seit viele Unternehmen Kurzarbeit anmelden mussten, stiegen erneut die Anfragen.» Deshalb entwickelte ein zehnköpfiges Team innerhalb von nicht einmal vier Wochen eine auf KMU angepasste cloudbasierte Lösung mit dem Namen «Abatime».

Das Tool erlaubt nicht nur den Mitarbeitern eine einfache Erfassung ihrer Arbeitszeit von überall her. Die Vorgesetzten können diese auch leicht kontrollieren. Das Programm erkennt Überstunden, liefert Arbeitszeitrapporte und es erlaubt eine Absenzen- und Ferienplanung. Das Zeiterfassungsprogramm funktioniert für sich allein. Es lässt sich aber auch mit anderen Abacus Software-Modulen erweitern und so beispielsweise mit der Lohnbuchhaltung verknüpfen.

Abacus wird Direktverkäufer

Für Abatime geht Abacus aber nicht nur neue Wege, was das Tempo angeht. «Normalerweise schreiben wir die Software, und unsere Vertriebspartner verkaufen sie an die Kunden», sagt Marc André Theytaz. Das Softwareunternehmen bietet Abatime nun direkt an. «So wollen wir auch unsere Vertriebspartner unterstützen, Neuanwender in die Abacus-Welt einzuführen». (ken)