Im Momentum des Erfolgs

Der Grossverteiler Coop hat ein starkes Jahr hinter sich und sieht sich für die Zukunft gerüstet. Die Gewinnsteigerung um fast 10 Prozent erreichte Coop trotz erheblicher Preissenkungen.

Hans Bärtsch
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Coop-Chef Hansueli Loosli hat den Grossverteiler auf die beiden Pfeiler Detailhandel und Grosshandel abgestützt. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Coop-Chef Hansueli Loosli hat den Grossverteiler auf die beiden Pfeiler Detailhandel und Grosshandel abgestützt. (Bild: ky/Georgios Kefalas)

Basel. «Die Coop-Gruppe hat im vergangenen Jahr gut gearbeitet und ein sehr gutes Ergebnis erzielt.» So kommentierte der im Laufe dieses Jahres abtretende Coop-Chef Hansueli Loosli die Zahlen des Unternehmens an der Bilanzmedienkonferenz. In der Tat sprechen diese eine deutliche Sprache: Mit einem Plus von 1,7% auf gut 20 Mrd. Fr. wurde eine weitere Schwelle überschritten. Und unter dem Strich blieben 40 Mio. Fr. mehr als im Vorjahr in der Kasse: Der Reingewinn kletterte um 9,3% auf 470 Mio. Franken. Dies alles trotz erheblicher Preissenkungen, einer nachlassenden Konsumentenstimmung, eines deutlichen Anstiegs des Einkaufstourismus in den Euro-Raum und höherer Löhne fürs eigene Personal, wie Loosli anmerkte.

Mehr Kunden und produktiver

Besonders stolz ist Coop auf das Resultat im Kerngeschäft Retail (Megastores und Supermärkte inklusive Restaurants). Das Verkaufsplus von 0,6% auf 11,3% sei vor allem in Anbetracht der negativen Teuerung von durchschnittlich 2% ein «tolles Ergebnis». Laut Loosli ist es die Folge höherer Kundenfrequenzen und einer gesteigerten Produktivität. Vorläufige Daten bescheinigt Coop eine Steigerung seines Marktanteils in der Schweiz um 0,3%.

Strategische Entscheide

Das vergangene Jahr war für Coop von wichtigen strategischen Entscheiden geprägt. So wurden etwa die Body-Shop-Kette (Kosmetik und Körperpflegeprodukte) oder die Transgourmet-Gruppe (internationaler Grosshandel, in der Jahresrechnung 2010 noch nicht enthalten) übernommen. «Wachsen auf solidem Grund», nannte Loosli die Expansionsstrategie von Coop. Dazu zählt auch das Streben nach Unabhängigkeit, in der Beschaffung etwa durch die Übernahme der Pearlwater Mineralquellen AG in der Gemeinde Termen im Wallis. Loosli wies darauf hin, dass sämtliche Investitionen aus eigenen Mitteln getätigt worden seien. Dennoch sei das Eigenkapital um 5% auf 6,4 Mrd. Fr. gewachsen (der Eigenkapitalanteil lag Ende 2010 unverändert zum Vorjahr bei 44% der Bilanzsumme).

Mit dem Aufbau des Grosshandels als zweitem Pfeiler sieht sich Coop laut Loosli für die Zukunft gut gerüstet, zumal die Prognosen für den Schweizer Detailhandel für 2011 nicht allzu rosig sind. Laut BAK Basel Economics muss mit einer «Abschwächung der Wachstumsdynamik» gerechnet werden. Auf die Frage, wie sich die Preise aus Konsumentensicht entwickeln dürften, sagt Loosli kurz und bündig: «Sinkend.»

Sorgen wegen Rohstoffpreisen

Relativierend fügte Loosli an, dass Produktepreise auch von externen Faktoren abhingen. Zurzeit sorge sich die Branche um die Entwicklung der Rohstoffmärkte. Jürg Peritz, Leiter Marketing und Beschaffung bei Coop, nannte als Beispiele Kaffeebohnen (siehe Kasten), Sonnenblumenöl, EU-Weizen oder Baumwolle. Gründe der Preishausse seien die Rohstoffnachfrage in Schwellenländern, der Klimawandel, aber auch Spekulationen von Rohstoffhändlern.

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