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Onlineshops kämpfen gegen Päckli-Diebe

Die Zahl der Päckli-Diebstähle nehmen zu. Onlinehändler setzen deshalb auf Algorithmen und die Zusammenarbeit mit der Polizei, um den Dieben auf die Spur zu kommen.
Rebekka Balzarini
Grosse Pakete sind für Diebe leichte Beute. Bild: Christian Beutler/Keystone

Grosse Pakete sind für Diebe leichte Beute. Bild: Christian Beutler/Keystone

Der Onlinehandel floriert, und mit ihm wächst auch die Zahl der Päckli-Diebstähle. Die Betrüger arbeiten mit verschiedenen Tricks, um gratis an Waren zu kommen, die sie in einem Onlineshop bestellen. Einige bestellen ein Paket an die Adresse einer anderen Person und klauen das Paket nach der Ankunft aus dem Briefkasten. Andere kleben ein Namensschild an den Briefkasten einer unbewohnten Wohnung und lassen sich das Paket dorthin schicken.

Solche Betrugsversuche haben in den letzten Jahren zugenommen, das bestätigt Mediamarkt gegenüber dieser Zeitung. Auch bei Digitec Galaxus ist die Zahl der Betrugsfälle gestiegen, parallel zur steigenden Anzahl der Bestellungen. Für die Besitzer eines Briefkastens, in welchem plötzlich eine Rechnung für nicht bestellte Waren liegt, ist die Situation mühsam. Sie müssen den Kundendienst des jeweiligen Unternehmens anrufen und den Vorfall der Polizei melden. Bezahlen müssen sie die Ware nicht.

Aber auch für die Händler sind Betrugsfälle ärgerlich. Besonders kleine Anbieter würden unter den Päckli-Dieben leiden, so ein Sprecher des Verbandes des Schweizerischen Versandhandels (VSV). Denn finanziell schmerze sie ein Diebstahl mehr als grosse Händler. Zusätzlich hätten kleine Händler weniger ­finanzielle Ressourcen, um nach Betrugsmethoden zu fahnden.

Wie genau die grossen Onlinehändler sich schützen, will der Sprecher nicht sagen. Zu gross ist die Angst, Nachahmer zu animieren. «Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Wenn wir alle Schutzmechanismen preisgeben, dann helfen wir den Betrügern», begründet er.

Digitale Jagd nach Tätern

Entsprechend bedeckt halten sich auch die Onlinehändler. ­Zalando und brack.ch wollen keine Angaben dazu machen, wie sie sich schützen. Ein Sprecher der Digitec Galaxus AG dagegen erklärt: «Wir haben intern eine ­Betrugsabteilung aufgebaut, die dank eigens programmierter ­Algorithmen frühzeitig Muster erkennt und uns bei auffälligen Transaktionen alarmiert.» Damit gelinge es bereits, eine Menge Fälle zu verhindern. «Absolute Sicherheit gibt es aber keine», so der Sprecher. Ein ähnliches System unterhält Mediamarkt. «Die Daten werden systematisch geprüft nach Adressdaten, E-Mail, Produkt, Mengen, Betrag und weiteren Details. Entsprechend werden Lieferungen bei Verdacht gar nicht ausgeführt», so eine Sprecherin. Falls es doch zum Diebstahl komme, unterstütze Mediamarkt die Ermittlungen, indem das Unternehmen die für den Fall relevanten Daten der Polizei übergebe.

Auch die Digitec Galaxus AG setzt auf die Zusammenarbeit mit der Polizei. «Wir sind so bestens darüber informiert, welche Maschen gerade im Trend liegen, und können so frühzeitig ­reagieren.» Neben den technischen Massnahmen können die Händler noch andere Schritte unternehmen.

Muss eine Bestellung zum Beispiel per Vorkasse oder mit der Kreditkarte bezahlt werden, dann gehe die Zahl der Delikte zurück. Das Problem dabei ist laut dem VSV aber, dass dann auch die Zahl der regulären ­Bestellungen zurückgeht.

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