Kommentar

Im Detailhandel könnte jetzt etwas Ruhe einkehren

In den letzten Monaten wechselte bei vielen bekannten Häusern der Besitzer. Nach dem aktuellen Handwechsel bei der Globus Gruppe und der bereits erfolgten Konsolidierung in der Branche, könnte es jetzt wieder ruhiger werden.

Gabriela Jordan
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Gabriela Jordan

Bild: Pius Amrein

Im Detailhandel geht momentan die Post ab. Das laufende Jahr ist wie das vergangene geprägt von Verkäufen und Übernahmen. Bei bekannten Häusern wie Globus, Interio, Pfister sowie beim Glattzentrum wechselte in den letzten Monaten der Besitzer. Jetzt kommt ein weiterer Handel dazu: Die Fachgeschäfte der Globus Gruppe – die ehemaligen Schild- und Herren-Globus-Filialen sowie die Navyboot-Geschäfte – gehen an das Unternehmertrio Herbert, Bayard, Bayard über.

Der Handel ist mit dem Verkauf der ganzen Globus Gruppe durch die Migros verknüpft: Die neuen Eigentümer, die thailändische Central Group und die österreichische Signa von René Benko, wollen aus der Warenhaus-Kette einen Premiumanbieter machen. Die Fachgeschäfte der Gruppe passen nicht in diesen Plan. Dass für die Filialen mit sämtlichen Mitarbeitern nun rasch ein neuer Besitzer gefunden werden konnte, ist deshalb ein Glücksfall. Die Verkaufsgespräche sollen nur zwei Monate gedauert haben, Entlassungen und Ladenschliessungen gibt es keine - vorerst.

Nach dieser Abspaltung und der bereits erfolgten Konsolidierung in der Branche ist es denkbar, dass im Detailhandel jetzt wieder etwas Ruhe einkehrt. Zumindest für eine Weile. Vereinzelte Ladenschliessungen wird es sicher auch in Zukunft geben – die Konkurrenz durch grosse Onlinehändler ist schliesslich nach wie vor da, in Zeiten von Corona und Onlineshopping umso mehr. Die Umsatzzahlen von 2019 geben dennoch Grund zu Optimismus. Der jahrelange Rückwärtstrend schien vorerst gestoppt. Jetzt müssen sich die Unternehmen aber erst von der Coronakrise aufrappeln. Mal sehen, wer es in die schwarzen Zahlen schafft.

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