Im Auge des Hurrikans

Ein Hurrikan droht Teile der Weltwirtschaft zu beschädigen. Seine Triebkräfte sind die Subprime-Krise, die Turbulenzen auf den Finanzmärkten, die Ängste vor einer Rezession in den USA, der dahinsiechende Dollar und die haussierenden Ölpreise.

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Ein Hurrikan droht Teile der Weltwirtschaft zu beschädigen. Seine Triebkräfte sind die Subprime-Krise, die Turbulenzen auf den Finanzmärkten, die Ängste vor einer Rezession in den USA, der dahinsiechende Dollar und die haussierenden Ölpreise. Das Schlimmste daran ist, dass keiner weiss, welche Zerstörungskraft dieses Gebräu noch entfaltet, sprich wie lange und wie kraftvoll der Wirbelsturm noch wütet.

Mittendrin, im Auge des Hurrikans, sitzt die Schweizerische Nationalbank (SNB) und ist bestrebt, mit ruhiger Hand das Schiff der Schweizer Wirtschaft möglichst unbeschadet durch den Sturm zu manövrieren. Aufgrund der Ungewissheit über dessen weitere Entwicklung hält sie vorerst den Kurs, indem sie die Leitzinsen unverändert lässt.

Und das ist gut so. Hätte doch jede Kursänderung zum jetzigen Zeitpunkt fatale Signale ausgesendet. Eine Zinssenkung trotz erhöhten Drucks seitens der Teuerung hätte signalisiert, dass die wirtschaftliche Lage deutlich weniger gut ist als bisher wahrgenommen. Eine Zinserhöhung hätte, angesichts nach unten korrigierter Konjunkturprognosen und obwohl die SNB damit die Teuerung bekämpfen könnte, nicht ins Bild gepasst. Zwar ist die SNB in erster Linie der Preisstabilität verpflichtet, sie muss aber auch die Gesamtwirtschaft im Auge behalten.

So bewahrt die SNB Ruhe. Und hofft, dass der Sturm nicht noch grössere Kräfte entfaltet und sich allmählich legt. Thomas Griesser Kym

th.griesser@tagblatt.ch

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