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«Ich habe ihm blind vertraut»

Überraschung zu Beginn der vierten Woche im Prozess Behring: In sein System sollen – laut Aussage eines früheren wichtigen Geschäftspartners – auch schwarze CDU-Parteispendengelder geflossen sein.
Gerhard Lob

BELLINZONA. «Das wir ja immer verrückter!» Dieter Behring (61) ist fassungslos. Soeben hat der 67jährige Wirtschaftsanwalt Peter W., einst wichtigster Geschäftspartner Behrings in der Moore-Park-Gruppe, ausgesagt. Und er hat Behring erwartungsgemäss stark belastet. Sogar schwarze CDU-Parteispendengelder sollen über das System Behring verwaltet worden sein. Behring habe aber keine Einsicht in die Konten gewährt. Wo sind all die Gelder geblieben? «Keine Ahnung: Wenn ich das wüsste, wäre ich ein glücklicher Mann», sagt Peter W. zum Gericht. Bundesstrafrichter Daniel Kipfer befragte W. gestern zu Beginn der vierten Prozesswoche in einem der grössten Betrugsfälle der Schweizer Wirtschaftsgeschichte als Auskunftsperson per Videokonferenz «an einem unbekannten Ort der Schweiz».

Peter W. wollte nicht persönlich nach Bellinzona kommen, zumal er – wie er sagte – selbst bedroht wird. Ausserdem, man konnte es sehen, leidet er an Parkinson. Und er dankte «für das Verständnis, dass ich nicht mehr in der Öffentlichkeit erscheinen will».

Hunderte Kunden vermittelt

W. gehört zu den neun Personen, gegen welche die Bundesanwaltschaft (BA) über Jahre im Zusammenhang mit der 2004 zusammengebrochenen Moore-Park-Gruppe als mutmassliche Mittäter von Behring ermittelte. Anwalt W. vermittelte damals in Basel unbestritten mehrere hundert Kunden an Behring. Im November 2014 stellte die BA die Ermittlung wegen Betrugs gegen W. allerdings ein – eine Einstellungsverfügung, für die Behring und seine Verteidiger bis heute kein Verständnis haben. Seit Prozessbeginn versuchen sie, die BA-Strategie auf einen Hauptbeschuldigten zu zerpflücken.

Verständlicherweise war Peter W. über die Einstellung des Verfahrens erfreut. Er erzählte, wie er Behring kennengelernt hatte und mit ihm ins Geschäft gekommen sei, wie er ihn als Meister verehrte. «Ich vertraute ihm blind», sagte er. Doch dies alles zerbrach. «Er hat mich gnadenlos missbraucht», sagte Peter W. dann über seinen einstigen Geschäftspartner. Vor allem zementierte er die Aussagen anderer Zeugen, wonach «nur Behring über das Geld verfügt hat».

Behring kontert

Behring hat alles fein säuberlich mitgeschrieben. Während der Einvernahme schüttelt er immer wieder den Kopf. Und schliesslich nimmt er die Gelegenheit war, manche Aussagen seines ehemaligen Partners schlicht als «Lügen» zu bezeichnen. Behring zu Richter Kipfer: «Sie müssen verstehen, dass mich das aufwühlt, weil ich die Geschichte kenne, wie sie sich wirklich abgespielt hat.»

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