Huber+Suhner mit Gewinneinbruch im ersten Halbjahr

HERISAU. Der Kabelhersteller Huber+Suhner hat die Frankenaufwertung im ersten Halbjahr stark zu spüren bekommen. Gewinn und Auftragseingang waren deutlich rückläufig. Dafür verminderte sich der Umsatz weniger markant.

Drucken
Teilen
Huber+Suhner erhofft sich einiges von Projekten mit China. (Bild: Ralph Ribi)

Huber+Suhner erhofft sich einiges von Projekten mit China. (Bild: Ralph Ribi)

Von Januar bis Juni setzte Huber+Suhner noch 356,1 Millionen Franken um, das sind 2,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Vor dem Hintergrund der Frankenaufwertung bezeichnete das Unternehmen die Umsatzentwicklung in einer Mitteilung am Dienstag als positiv.

Nach abnehmenden Auftragszahlen im vierten Quartal des vergangenen Jahres sei mit einem verhaltenen Start ins 2015 gerechnet worden, sagte CEO Urs Kaufmann vor den Medien. Der Auftragseingang verminderte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2014 um 12,9 Prozent auf 356,3 Millionen Franken.

Fiberoptik mit Rekordumsatz
Dass der Gruppenumsatz nicht stärker zurück ging, ist unter anderem auf die Übernahme der Firma Cube Optik im letzten Oktober zurückzuführen. Diese liess den Umsatz im grössten Geschäftsbereich Fiberoptik um gut einen Fünftel auf 138,9 Millionen Franken auf einen Rekordwert ansteigen.

"Wir konnten unsere starke Stellung im Kommunikationsmarkt noch ausbauen", sagte Kaufmann. Neben den USA sind auch Indien und Südostasien wichtige Märkte in diesem Bereich. Die Cube Optik biete eine ideale Ergänzung in einem weiter wachsenden Markt, so Kaufmann. Die Kommunikation macht inzwischen 48 Prozent des Umsatzes aus. Der Transport-Markt 29 Prozent und die Industrie 23 Prozent.

Knapp in den schwarzen Zahlen
Geringere Verkaufserlöse resultierten dagegen in den Bereichen Hochfrequenz (-10,8 Prozent) und Niederfrequenz (-16,3 Prozent), wo im vergangenen Jahr keine Übernahmen erfolgt waren. Das operative Ergebnis (EBIT) brach um fast einen Drittel auf 23,3 Millionen Franken ein. Alles in allem konnte sich das Unternehmen mit einem Konzerngewinn von 6,1 (Vorjahresperiode: 28,3) Millionen Franken nur knapp in den schwarzen Zahlen halten.

Die Sofortmassnahmen gegen die Frankenstärke hätten ihre Wirkung gezeigt, sagte Finanzchef Ivo Wechsler. Das Unternehmen verlängerte ab März die Wochenarbeitszeit von 40 auf 43 Stunden. Gleichzeitig verzichtet die Konzernspitze auf 10 Prozent der Zielsaläre und der Rest des Kaders auf 5 Prozent. Dem Verwaltungsrat wird 10 Prozent des Entgelts gestrichen. Es sei geplant, diese nach Auslaufen der Sofortmassnahmen mit strukturellen Massnahmen auszugleichen. Die EBIT-Marge von 6,5 Prozent lag laut Mitteilung im angekündigten Zielbereich von 6 bis 7,5 Prozent. Auch seien noch keine Negativzinsen angefallen, sagte Wechsler.

Ein Übergangsjahr
Basierend auf den Durchschnittswährungskursen des ersten Halbjahres rechnet Huber+Suhner im zweiten Semester mit einem ähnlichen Umsatzniveau wie in den ersten sechs Monaten. 2015 werde zu einem Übergangsjahr, sagte Kaufmann: "Wir legen die Basis für eine Verbesserung der Ertragssituation im nächsten Jahr." Eine Belebung erhofft sich das Unternehmen hingegen beim Auftragseingang im Zusammenhang mit Bahn− und Kommunikationsinfrastrukturprojekten in China. (sda)