Huber + Suhner verspürt Rückenwind

Der Technologiekonzern macht dank der rasant fortschreitenden Digitalisierung gute Geschäfte. Chancen verheisst auch die Elektromobilität.

Thomas Griesser Kym
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Eine Steckverbindung von Huber + Suhner (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

Eine Steckverbindung von Huber + Suhner (Bild: Keystone/Gaëtan Bally)

Vor Jahresfrist zeigte der Zahlenkranz des Technologiekonzerns Huber + Suhner für das erste Semester 2017 ein gemischtes Bild. Doch gestern blickte Konzernchef Urs Ryffel auf «rundum erfreuliche sechs Monate» des laufenden Jahres zurück. So stieg der Umsatz um 15 Prozent auf 474 Millionen Franken, und der Auftragseingang nahm um 22 Prozent auf 517 Millionen zu, womit dieser erstmals in einem Semester die Marke einer halben Milliarde knackte.

Noch besser sieht es beim Betriebsergebnis aus, das um 35 Prozent auf 44 Millionen Franken anzog, womit die operative Marge von 8 auf 9,4 Prozent kletterte, was in der oberen Hälfte des mittelfristigen Zielbandes von 8 bis 10 Prozent liegt. Huber + Suhner wuchs zum einen organisch, zum anderen halfen die Währungsentwicklung mit dem schwächeren Franken sowie der Anstieg des Kupfer­preises, wobei das Unternehmen Preiserhöhungen selektiv an die Kunden weiterreicht.

Volle Auslastung, mehr Personal

Der in der elektrischen und optischen Verbindungstechnik tätige Konzern profitierte von reger Nachfrage nach seinen Kabeln, Steckern, Sensoren, Antennen usw., was die Fabriken voll auslastet. Als Folge erhöhte man den festen Personalbestand innert Jahresfrist von 4241 auf 4348. In der Schweiz mit den beiden Hauptsitzen in Herisau und in Pfäffikon ZH, wo Huber + Suhner 1200 Mitarbeitende hat, stellte die Firma rund 100 Temporärkräfte ein.

Konzernchef Urs Ryffel. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Konzernchef Urs Ryffel. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Der Konzern wuchs in allen Hauptmärkten (Kommunikation, Transport, Industrie inklusive Hightech-Nischen), in allen Regionen (Europa, Amerika, Asien) und in allen Technologiesegmenten (Hochfrequenz, Niederfrequenz, Fiberoptik). Wachstumstreibern sind der Bau von Rechenzentren, der Bahnmarkt vor allem in Asien, die Elektromobilität oder der Ausbau der Mobilfunknetze. Vor allem in Asien und dort besonders in Indien, wo Huber + Suhner mit dem südkoreanischen Samsung-Konzern kooperiert, wird weiterhin in die Ab­deckung mit dem LTE-Standard (4G) investiert, während am Horizont bereits der 5G-Mobilfunk auftaucht. Erste Tests damit laufen, und einen grossflächigen Rollout prognostiziert Ryffel ab 2020. 5G wird viel mehr Verbindungen aufs Mal und viel höherer Datenmengen erlauben, und das in Echtzeit – eine Voraussetzung etwa für das autonome Fahren.

Elektromobilität nimmt zu

Schon weiter ist die Elektromobilität. «Die nächsten zwei Jahrzehnte gehören dem Elektrofahrzeug auf der Strasse», sagt Ryffel, «und der Treiber ist China». Hier geht es für Huber + Suhner darum, Entwicklungsprojekte mit Kunden für Hochvolt-Verkabelungen und Schnellladesysteme in Aufträge umzumünzen.

Für das laufende zweite Semester geht Ryffel davon aus, dass sich das Geschäft im Vorjahresvergleich weiter positiv entwickelt. Der Umsatz soll gegenüber 2017 um mindestens 10 Prozent zulegen, und die operative Marge soll bei etwa 9 Prozent landen.