Huber + Suhner schafft Durchbruch in Elektrofahrzeugen

Der Verbindungstechnikkonzern mit Sitz in Herisau und Pfäffikon ZH wird Lieferant von Geely. Dieser ist der führende chinesische Elektrofahrzeughersteller und einer der grössten privaten Autobauer Chinas. 

Thomas Griesser Kym
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Fahrzeuge von Geely in einem Showroom in China. (Bild: PD)

Fahrzeuge von Geely in einem Showroom in China. (Bild: PD)

Huber + Suhner wird Tier-1-Lieferant Geelys. Tier-1 bedeutet, dass der Herisauer Hersteller elektrischer und optischer Verbindungstechnik Module und Systeme direkt an den Autobauer liefert, also nicht ein Unterlieferant ist, der wiederum Lieferanten bedient.

Laut Huber + Suhner hat man mit Geely einen ersten Plattformvertrag zur Serienfertigung unterzeichnet. Der Lieferumfang umfasst Hochspannungs-Verbindungssysteme zum Einbau in eine Plattform der neusten Generation von Geely-Elektrofahrzeugen. 

Für das Unternehmen ist dieser Schritt «ein Durchbruch in der Umsetzung der strategischen Wachstumsinitiative Elektrofahrzeuge im Technologiesegment Niederfrequenz», wie Huber + Suhner schreibt. Die Kabelsysteme werden über die nächsten vier Jahre geliefert, die Produktion ist bereits aufgenommen worden. Gefertigt werden die Kabel in Huber + Suhner chinesischem Werk in Changzhou. 

Auch in Volvos könnte Huber + Suhner zum Zug kommen

Die Kabelsysteme dienen der Verbindung von Hochspannungskomponenten in Fahrzeugen. Sie bieten laut Beschreibung elektromagnetische Abschirmung und schützen vor widrigen Umwelteinflüssen, sind schwingungs- und stossfest. 

Über diesen ersten Plattformvertrag hinaus ist Huber +Suhner von Geely als Lieferant für zwei kommende Plattformprogramme nominiert wurden, die weltweit mit den Marken Volvo und Lynk & Co geteilt werden, die zu Geely gehören. Sollten aus diesen Nominierungen weitere Serienaufträge resultieren, wären diese gestaffelt über einen Zeitraum bis 2023. Dies würde «bedeutendes Umsatzpotenzial» bergen. 

An der Börse zog der Kurs der Aktie von Huber + Suhner an. Der Geely-Auftrag zeuge von hoher Dynamik im Geschäft von Huber + Suhner, auch wenn die Grössenordnung der Zusammenarbeit mit Geely noch nicht abschätzbar sei, kommentiert die Zürcher Kantonalbank.

Analysten sehen viel Potenzial und Synergien

Baader Helvea traut Huber + Suhner mittel- und längerfristig bei Hochspannungs-Kabelsystemen für die Autoindustrie einen Weltmarktanteil von bis zu 10 Prozent zu. Huber + Suhner könnte nun auch Lieferant von Elektrofahrzeugherstellern in Europa oder Nordamerika werden, schreibt Baader Helvea.

Das Umsatzpotenzial für Huber + Suhner aus diesem Geschäft beziffert Baader Helvea auf bis zu 100 Millionen Franken oder über 10 Prozent des Konzernumsatzes. Und da sich die Produkte nicht grundsätzlich von den Kabelsystemen für die Bahnindustrie unterschieden, könnten die Werke mit dem diversifizierten Produktportfolio besser ausgelastet werden.