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Huber + Suhner im Zwischentief

Der Frankenschock hat die Ergebnisse von Huber + Suhner 2015 massiv gedrückt. Aber die Zuversicht des Ostschweizer Technologiekonzerns hat er nicht gebrochen – denn der Daten-Boom in Wirtschaft und Gesellschaft setzt sich fort.
Thorsten Fischer
Einkaufszentrum in San Francisco: Gefragt sind Anlagen für die mobile Kommunikation zwischen Kunde und Geschäft. (Bild: ap/Eric Risberg)

Einkaufszentrum in San Francisco: Gefragt sind Anlagen für die mobile Kommunikation zwischen Kunde und Geschäft. (Bild: ap/Eric Risberg)

ZÜRICH. So etwas lässt aufhorchen: Es kommt selten vor, dass ein Unternehmen an einer Bilanzmedienkonferenz von «unbegrenzten Möglichkeiten in unseren Märkten» spricht. Urs Kaufmann, Konzernchef von Huber + Suhner (H+S), untermauerte diese Aussage gestern mit zahlreichen Beispielen. Die Digitalisierung dehnt das Geschäftsfeld für Produkte der optischen und elektrischen Verbindungstechnik rasant aus.

Gewappnet für viele Felder

Wenn Alltagsgegenstände übers Internet kommunizieren, wenn Menschen in Ballungszentren intensiv über ihre Smartphones in Kontakt sind oder wenn Fabriken aus der Ferne gesteuert werden: H+S mit Sitz in Herisau und Pfäffikon liefert dafür die Verbindungssysteme, Kabel und Stecker. Ob die Datenmengen dabei über Mobilfunk oder Glasfaser laufen oder innerhalb von Rechenzentren weiterverarbeitet werden – das Unternehmen sieht sich dank seiner breiten Aufstellung für alle technologischen Felder gewappnet.

Weitere expandierende Märkte sind laut Kaufmann die Mobilität und die von der Wirtschaft immer häufiger genannte «Daten-Dividende». Dahinter steht die Überlegung, dass Firmen höhere Renditen aus Informationen ziehen können. Etwa über Branchenentwicklungen, aber auch über ihre Kunden, wenn sie deren Verhalten analysieren. Das könne man gut finden oder nicht, merkte Kaufmann an, aber es sei ein Trend. Bei der Mobilität geht es nicht nur um vernetzte Fahrzeuge, sondern auch um eine immer beweglichere Gesellschaft, die trotzdem miteinander in Kontakt bleibt.

Im Bann der Währung

Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat sich die wachsende Digitalisierung zwar auch schon positiv aufs Geschäft ausgewirkt. Allerdings wurde dies massiv vom Frankenschock überschattet. Wichtige Kennzahlen liegen denn auch unter Vorjahr (siehe Tabelle). H+S-Finanzchef Ivo Wechsler sprach von einem Umsatzrückgang in zwei von drei Geschäftsbereichen. Der Umsatz in der Hochfrequenz schrumpfte um 12% auf 206,7 Mio. Fr., jener in der Niederfrequenz um 17% auf 219,0 Mio. Franken. Dafür legte die Fiberoptik, wo das Glasfaser-Geschäft angesiedelt ist, deutlich um 12% auf 280,7 Mio. Fr. zu. In Indien schenkte dabei ein Grossauftrag von Samsung für den Ausbau der Telekom-Netze ein. «Indien wird zu einem unserer grössten Absatzmärkte», sagte Kaufmann, auch mit Blick nach vorne.

In der Fiberoptik ist mit der erstmals ganzjährig konsolidierten Firma Cube Optics zudem eine Technologie angesiedelt, der H+S weiterhin grosses Potenzial einräumt. Cube-Komponenten spalten das Licht in verschiedene Wellenlängen auf. Auf diese Weise können noch grössere Datenmengen durch die Glasfasern geschickt werden – passend zum gerade anbrechenden Big-Data-Zeitalter.

Zügige Massnahmen wirkten

Die wegen der Währung 2015 insgesamt angespannte Lage hatte auch zu Sondermassnahmen geführt: vorübergehend ausgedehnte Arbeitszeiten und eine befristete Reduktion der Managementvergütungen. Die Geschäftssituation habe sich nach dem Frankenschock und dank der zügig eingeleiteten Massnahmen im Laufe des Jahres stabilisiert, hiess es. «Das Unternehmen startet nach dem anspruchsvollen 2015 aus einer soliden Position heraus ins Geschäftsjahr 2016.» Die aktuelle Situation auf den Weltmärkten zeige zwar ein gemischtes Bild, aber man sei zuversichtlich, im laufenden Jahr auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Die operative Ertragskraft soll in die obere Hälfte des mittelfristig angepeilten Margen-Zielbandes von 6% bis 9% finden.

Für die Generalversammlung (GV) im April schlägt der Verwaltungsrat im Rahmen der neuen Dividendenpolitik eine Ausschüttung von 1 Fr. pro Aktie vor. Damit betrage die Ausschüttungsquote 79%. Wie H+S weiter bekanntgab, wird sich an der GV Peter Altorfer «nach langjähriger, äusserst verdienstvoller Tätigkeit im Verwaltungsrat» nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung stellen. Als neues Mitglied wird Jörg Walther, Anwalt und erfahren in Industrieunternehmen, vorgeschlagen.

Einen mittelfristig bevorstehenden Führungswechsel auf operativer Ebene hatte das Unternehmen kürzlich bekanntgegeben. Urs Ryffel, derzeit Leiter des Segments Fiberoptik, übernimmt im Jahr 2017 die Führung von Huber + Suhner. Der aktuelle Chef Urs Kaufmann soll Verwaltungsratspräsident werden.

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