Kommentar

Homeoffice oder zurück ins Büro? Firmen sollten die Chance nutzen, erprobte Arbeitsprozesse weiterzuentwickeln

Wenn Vorgesetzte ihre Mitarbeiter plötzlich wieder täglich ins Büro zitieren würden, wäre das eine verpasste Gelegenheit.

Gabriela Jordan
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Gabriela Jordan

Bild: Pius Amrein

Vor der Coronakrise arbeitete nur etwa jeder vierte Schweizer gelegentlich im Homeoffice. In den vergangenen Monaten war es auf einmal jeder zweite. Jetzt erlaubt die Lage allmählich wieder die Rückkehr ins Büro, die Entscheidung um die Zukunft des Homeoffice kommt in eine heisse Phase. Unternehmen, bei denen das Arbeiten von zu Hause aus möglich ist, sollten unbedingt daran festhalten. Die letzten Monate haben gezeigt, dass das Arbeiten von zu Hause aus sogar effizienter sein kann: Die Mitarbeiter sind zufriedener und die Städte ächzen weniger unter Staus – um nur einige Vorteile zu nennen.

Das Büro als Arbeitsort bleibt wichtig. Sämtliche Umfragen zeigen, dass Angestellte den persönlichen Austausch mit ihrem Team vermissen oder aus anderen Gründen ab und zu aus den eigenen vier Wänden entfliehen wollen. Bei vielen hat sich der Enthusiasmus über das Homeoffice ausserdem schon verflüchtigt. Und manchmal erfordert schlicht auch die Arbeit den persönlichen Kontakt.

Dennoch wäre es eine verpasste Chance, wenn Vorgesetzte ihre Mitarbeiter plötzlich wieder täglich ins Büro zitieren würden. Sie haben jetzt die Gelegenheit, in den letzten Monaten erprobte Arbeitsprozesse gemeinsam mit ihren Mitarbeitern weiterzuentwickeln. Nur so bleiben sie attraktive Arbeitgeber. Kontrolle durch Präsenz ist spätestens nach Corona nicht mehr zeitgemäss. Doch auch die Mitarbeiter sind jetzt gefordert. Sie dürfen den neu gewonnenen Freiraum nicht ausnutzen und müssen beweisen, dass sie dem Vertrauen gerecht werden.

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