Hoffen auf die Weltwirtschaft

Was letztes Jahr mit der Immobilienkrise in den USA begonnen hat (fallende Hauspreise), zur internationalen Kreditkrise mutiert ist (Verknappung und Verteuerung von Krediten) und in eine Finanzkrise gemündet hat (Finanzengpässe vieler Banken), droht nun auch in der Schweiz in eine

Drucken
Teilen

Was letztes Jahr mit der Immobilienkrise in den USA begonnen hat (fallende Hauspreise), zur internationalen Kreditkrise mutiert ist (Verknappung und Verteuerung von Krediten) und in eine Finanzkrise gemündet hat (Finanzengpässe vieler Banken), droht nun auch in der Schweiz in eine Konjunkturkrise auszuarten. Laut der Konjunkturforschung KOF der ETH Zürich wird die Schweizer Wirtschaft im Winterhalbjahr 2008/09 schrumpfen und im Gesamtjahr 2009 per saldo kaum wachsen. Diese Prognose reiht sich nahtlos in den Trend der letzten zwölf Monate ein: Monat für Monat sind die Vorhersagen ein bisschen schlechter geworden.

Erneut hat eine konjunkturelle Trendwende die meisten Fachleute auf dem falschen Fuss erwischt. Das sagt weniger aus über die Qualifikation der Prognostiker als über die Unmöglichkeit, das Auf und Ab stark verflochtener Volkswirtschaften präzis vorauszusagen.

Die gute Nachricht: Im Vergleich zu früheren Konjunkturkrisen ist die nun vorausgesagte Abwärtsfahrt einigermassen milde. Doch dies kann sich noch ändern. Die KOF-These des raschen Wiederaufschwungs beruht vor allem auf der erhofften Erholung der Weltwirtschaft. Was für die Schweizer Wirtschaft gilt, gilt auch für den Rest der Welt: Weder der Zeitpunkt noch das Ausmass von Trendwenden sind in den Glaskugeln der Fachleute absehbar.

Hansueli Schöchli

wirtschaft@tagblatt.ch

Aktuelle Nachrichten