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Höhere Steuerrechnung für Luzerner: Wer mit dem Auto pendelt, zahlt mehr

Nun dürfen auch die Luzerner Berufspendler nur noch wenig von ihren Fahrkosten in der Steuererklärung abziehen. Die Limite liegt bei 6000 Franken im Jahr. Nidwalden und Schwyz kennen die Beschränkung bereits.
Rainer Rickenbach
Neues Steuerregime bei Fahrtkosten: Pendler müssen mehr Einkommen versteuern.Bild: Alexandra Wey/Keystone (Emmen, 13. September 2018)

Neues Steuerregime bei Fahrtkosten: Pendler müssen mehr Einkommen versteuern.Bild: Alexandra Wey/Keystone (Emmen, 13. September 2018)

Luzerner, die regelmässig mit dem Auto zur Arbeit fahren, müssen sich Ende Jahr auf eine höhere Steuerrechnung gefasst machen. Der Grund: Sie können seit diesem Jahr in der Steuererklärung nur noch höchstens 6000 Franken für die Arbeitsort-Fahrten am Einkommen abziehen. Die neue Regelung kann ziemlich ins Geld gehen. Ruth Stadelmann, Steuerfachfrau beim Beratungsunternehmen Balmer-Etienne in Luzern, zeigt es an zwei Beispielen auf:

Ein Durchschnittsverdiener aus Sursee, der jeden Arbeitstag mit dem Auto in die Stadt Luzern unterwegs ist, zahlt dieses Jahr wegen der Abzugsbeschränkung rund 300 Franken mehr Steuern.Eine Pendlerin, die täglich mit dem Auto von Luzern nach Zürich unterwegs ist, muss sogar mit Steuermehrkosten von rund 1800 Franken rechnen.

Mit der neuen Obergrenze kommt man nicht weit

«6000 Franken tönen nach mehr als es sind. Vollzeitangestellte legen pro Jahr höchstens im inneren Agglomerationsgürtel von Luzern eine weniger lange Pendlerstrecke zurück», so Stadelmann. Doch genau dort anerkennt die Steuerbehörde Arbeitswege mit Personenwagen ohnehin selten. Denn sie handelt nach dem Grundsatz: Sind ÖV-Angebote für den Arbeitsweg zumutbar und werden nicht auch für die Arbeit selbst Privatautos gebraucht, liessen sich diese Autokilometer schon bisher nicht von den Steuern absetzen. Für Geschäftsautos gelten ausserdem spezielle Regeln.

Stadelmanns Berechnungsmodell bei den Beispielen mit Luzern, Sursee und Zürich geht von 220 Arbeitstagen pro Jahr mit täglich zwei Fahrten aus. Für die Strecke Luzern-Sursee sind 25 Kilometer pro Weg veranschlagt, für Luzern-Zürich 58 Kilometer bei jeweils 70 Rappen Fahrkosten pro Kilometer. Als Grundlage für die Berechnung der Steuer-Mehrkosten dient ein Nettolohn von 70 000 Franken. Die Beschränkung taucht dieses Jahr zum ersten Mal in der Steuererklärung auf, massgebend dort sind die Fahrten vom Wohnort zum Arbeitsplatz von 2018. Bislang gab es im Kanton Luzern keine obere Grenze für Fahrkostenabzüge.

Ursache für das in Luzern neue Pendler-Steuerregime ist das Gesetz zur Finanzierung und zum Ausbau der Eisenbahninfrastruktur (Fabi). Die Stimmberechtigten hatten es vor fünf Jahren gutgeheissen. Der Sinn des Gesetzes: Die Arbeitsweg-Pendler zahlen mehr Steuern, und die zusätzlichen Steuereinnahmen ergänzen jene Milliarden, mit der sich der Bund und die Kantone bei den SBB am Ausbau der Bahn-Infrastrukturanlagen finanziell beteiligen.

Für die Bundessteuer gilt die Beschränkung der Fahrkostenabzüge schon seit zwei Jahren. Dort ist sie bei 3000 Franken sehr tief angesetzt. In der Zentralschweiz kennen Nidwalden (Begrenzung bei 6000 Franken) und Schwyz (Begrenzung bei 8000 Franken) kantonale Regelungen. In Zug ist ein Vorschlag zu einer tieferen Limitierung der Abzugsfähigkeit bei einer Volksabstimmung gescheitert. In Obwalden und Uri gibt es zurzeit keine Pläne für Fahrkostenbeschränkungen. Die Limite gegen oben gilt nicht nur Autos, sondern für alle Verkehrsmittel – also auch Zug- oder Motorräder. «Nur sind die Kosten für die anderen Verkehrsmittel deutlich geringer», sagt Stadelmann.

Ein Generalabo bleibt abzugsfähig

SBB-Generalabonnement der zweiten Klasse zum Beispiel kostet 3860 Franken und bleibt als Pendleraufwand bei den Kantons- und Gemeindesteuern weiterhin vollumfänglich abzugsfähig. Wer sich ein Generalabo der ersten Klasse leistet, zahlt zwar 6300 Franken. Es übersteigt die Abzugsobergrenze in Nidwalden und Luzern zwar leicht. Grosse Auswirkungen auf die Steuerrechnung haben die 300 Franken aber nicht. Anders sieht es bei der Bundessteuer aus. Mit einer Fahrkostenbegrenzung von tiefen 3000 Franken können die Zugpendler nur einen Teil ihrer Ausgaben für Generalabos in der Steuererklärung geltend machen. Das fällt aber bei den meisten Steuerzahlern nicht so sehr ins Gewicht wie bei den Kantons- und Gemeindesteuern, weil beim Bund die Tarife für kleine und mittlere Einkommen tief sind.

Kaminfeger mildern Steuerrechnung

Für Luzerner Eigenheimbesitzer gibt es ab diesem Jahr leichte steuerliche Entlastungen beim Liegenschaftsunterhalt. So können sie neu die Kosten für Kaminfegerarbeiten sowie Feuerungs- und Brennerkontrolle am steuerbaren Einkommen abziehen. Auch die Entkalkung von Warmwasseranlagen, Boiler, Leitungsnetze und Wasserenthärtungsmittel lassen sich in der Steuererklärung geltend machen. Genauso wie die periodische Revision der Heizungsanlage (einschliesslich Öltanks) sowie Versicherungsprämien und Verwaltungskosten für Heizungsanlagen. Etwas mehr ins Gewicht fallen für die Haus- und Wohnungsbesitzer dürften die Wartungskosten und Serviceabonnemente für Einbaugeräte wie Waschmaschinen sowie für Dächer, Fotovoltaikanlagen, Lifte, Entsorgungsanlagen sowie verschiedene Reparaturkosten. Abzugsfähig werden auch administrative Aufwendungen wie Schuldbriefverschreibungen, die vor allem für Hypothekarkredite notwendig sind. (rr)

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