Hochspannung vor der Einführung des «Volt»

Spätestens nächsten Monat beginnt der Verkauf des ersten Elektroautos von General Motors. Neue Kriterien des Umweltamtes helfen dem «Volt».

John Dyer
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Boston. Das neue Rating für in den USA verkaufte Autos aufgrund ihrer Meilenleistung pro Gallone (3,8 Liter) Benzin hilft General Motors (GM) beim Verkaufsstart seines ersten Elektroautos «Volt», das über einen Hybridantrieb verfügt. Die Umweltbehörde EPA gab die neuen Ratings gestern bekannt und stufte den «Volt» wie auch das neue Elektroauto «Leaf» des japanischen Rivalen Nissan sehr positiv ein.

Neues Rating für neue Modelle

Das Rating, so sehen es Marketingexperten, wird helfen, umweltbewusste Käufer von dem einen oder anderen Modell in der Klasse der kompakten Fahrzeuge zu überzeugen. Zwar hat der «Leaf» mit einer Fahrleistung von 99 Meilen (159 km) pro Gallone – kostenmässig umgerechnet, da es ja ein Elektroauto ist – die Nase vor dem «Volt» mit 93 Meilen.

Aber der «Leaf» hat einen rein batteriebe-triebenen Antrieb und deshalb nur eine Reichweite von 73 Meilen pro Ladung. Der «Volt» kann sowohl mit Batterie fahren als auch mit einer Mischung aus Benzinmotor und Elektroantrieb oder mit dem herkömmlichen, wenn auch sparsamen Motor. Damit erzielt er eine Reichweite von 380 Meilen.

GE will 12 000 «Volts»

Seit die Markteinführung des «Volt» näherrückt, hat GM eine Reihe guter Nachrichten. Das reicht von vielen Auszeichnungen für das erste GM-Elektromobil bis zur Mitteilung des Mischkonzerns General Electric (GE), der für seinen weltweiten Fuhrpark 12 000 «Volts» ankaufen will. Und das, obwohl GM eigentlich für 2011 nur die Produktion von 10 000 dieser Fahrzeuge eingeplant hat.

Sie sollen in Regionen mit bekannt liberaler, progressiver und umweltbewusster Bevölkerung verkauft werden wie Kalifornien, Michigan, in der Stadt New York, in Austin in Texas und in der Bundeshauptstadt Washington. Für 2012 ist eine US-weite Offensive geplant mit dem erhofften Verkauf von 45 000 «Volts».

Im Duell zwischen «Volt» und «Leaf», der spätestens ab 2011 zu kaufen ist, wird vor allem die Differenz der Reichweite beider Modelle diskutiert.

«Die Konsumenten müssen sich über ihre Fahrgewohnheiten im Klaren sein», schreibt Analyst Brandy Schaffels von TrueCar.com: «Wenn Sie nur 15 oder 20 Meilen zur Arbeit und zurück fahren, dann ist die Reichweite des <Leaf> kein Problem.» Viele Amerikaner fahren allerdings bis zu 100 Meilen am Tag – weiter, als es der «Leaf» mit einer Ladung zulässt.

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