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Hochdorf-Aktie ist im Sinkflug

Die Aktie der Milchverarbeiterin Hochdorf-Gruppe hat in den zurückliegenden zwei Wochen 23 Prozent an Wert verloren. Zurzeit deutet wenig auf eine Erholung hin.
Rainer Rickenbach
Mitarbeiter der Hochdorf-Gruppe beim Abpacken eines Produktes für den chinesischen Markt. (Archivbild: Dominik Wunderli, 10. April 2012)

Mitarbeiter der Hochdorf-Gruppe beim Abpacken eines Produktes für den chinesischen Markt. (Archivbild: Dominik Wunderli, 10. April 2012)


Noch im Frühling hing der Himmel im Seetal voller Geigen. Die an der Zürcher Börse SPI notierte Hochdorf-Gruppe verkündete für 2017 ein Rekordergebnis. Ihren Aktionären gewährte die Milchverarbeiterin am 4. Mai an der Generalversammlung grosszügig eine kleine Dividendenerhöhung. Der Aktienkurs bewegte sich zwar schon damals nicht mehr in den Sphären wie noch im Jahr zuvor, notierte aber immerhin bei soliden 278.50 Franken.

Danach ging es eine Zeit lang ein bisschen auf und ab, ehe am 10. Juli ein veritabler Absturz begann (siehe Grafik). In den gut zwei Wochen seither verlor die Hochdorf-Aktie satte 23 Prozent, ihr Wert belief sich gestern noch auf 207 Franken. Offensichtlich ist ein teilweiser Ausverkauf im Gang. Es gab Tage, an denen das Handelsvolumen 3000 Aktien überschritt, am Dienstag waren es sogar mehr als 7000 Stück.

Verluste im Geschäft in Litauen

Analysten hegen wenig Hoffnung auf eine schnelle Trendwende. Der Marktbeobachter der OTC-X-Handelsplattform (Berner Kantonalbank) etwa geht davon aus, dass sich die Kursschwäche fortsetzt. Das Zwölf-Monate-Kursziel senkte er am Mittwoch von 220 auf 165 Franken und hielt an der Verkaufsempfehlung fest. «2018 wird ein Übergangsjahr sein. Die Gefahr besteht aber, dass auch 2019 keine Ertragsfortschritte bringt», heisst es.

Der einleuchtendste Grund für viele Anleger, aus der Hochdorf-Aktie auszusteigen, bildet das sich abzeichnende schwache Halbjahresergebnis. Das Unternehmen wird das Zwischenergebnis Ende August bekanntgeben. Es dürfte geprägt sein vom Verlust, den es mit seinem Engagement in Litauen eingefahren hat. Vor acht Jahren stieg die Hochdorf-Gruppe bei Baltic Milk ein, vor fünf Jahren übernahm sie die Firma vollumfänglich. Baltic Milk verarbeitet rund 80 Millionen Kilogramm Milch pro Jahr, doch für Hochdorf war es über all die Jahre ein Verlustgeschäft. Im Juni fanden die Seetaler schliesslich eine Investorengruppe, die ihnen das Milchwerk in Litauen abkauft (Ausgabe vom 21. Juni).

Der Verkauf kam an der Börse eigentlich gut an, doch bringt er einen Veräusserungsverlust von mehreren Millionen mit sich. «Die laufende Rechnung wird mit dieser Transaktion auf Stufe Betriebsergebnis im Umfang von rund 3,2 Millionen Franken belastet und auf Stufe Reingewinn mit total rund 6,2 Millionen Franken», sagte die Hochdorf-Gruppe vor gut einem Monat.

Hochdorf plagt sich aber noch auf weiteren Baustellen ab. So verzögert sich die Fertigstellung des Turms 9 auf dem Firmenareal und beeinträchtigt das Wachstum. In China wartet das Unternehmen schon länger auf die Registrierung neuer Marken und kann darum nicht wie gewünscht expandieren. Managing Director und Geschäftsleitungsmitglied Michel Burla (zuständig für Getreideprodukte) gab bekannt, auf eigenen Wunsch das Unternehmen Ende Jahr zu verlassen. Auch die gescheiterte Platzierung einer Hybrid-Anleihe (Ausgabe vom 7. Juli) trug nichts zu einer besseren Stimmung unter den Anlegern bei. Einzig der Kauf des Solothurner Kindernahrungsmittelherstellers Bimbosan fand ungeteilten Beifall.

Bei der Hochdorf-Gruppe bestreitet man die Schwierigkeiten nicht und verweist auf die ohnehin gedämpfte Lust am Aktienkauf. «Die tatsächlichen Gründe für den Verkauf der Hochdorf- Aktien kennen wir nicht. Wir vermuten jedoch, dass die Häufung an eher negativen oder negativ aufgenommenen Mitteilungen zum Verkaufsdruck geführt haben. Gleichzeitig ist das Kauf­interesse an Aktien im Allgemeinen relativ gering», sagt Firmensprecher Christopher Hug. Das Unternehmen halte an seiner Strategie fest, deren Umsetzung aber Zeit brauche.

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