Hilti gibt wieder Gas

Die Liechtensteiner Hilti-Gruppe hat ihr Krisenprogramm beendet. Nun plant der Baugeräte-Konzern, seinen weltweiten Geschäften einen neuen, kräftigen Schub zu geben.

Stefan Lenherr
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ZÜRICH. In den vergangenen Jahren hat sich die Hilti-Gruppe zugestanden, etwas kleinere Brötchen als gewohnt zu backen. Unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise und der Turbulenzen an den Devisenmärkten setzte die Konzernspitze um den abgetretenen Chef Bo Risberg eine Steigerung der Profitabilität als oberstes Ziel fest. Nun schwenkt das Unternehmen wieder auf Expansionskurs ein.

«Wir wollen wieder Gas geben», sagte Christoph Loos, der Anfang Jahr das Amt des Konzernchefs von Risberg übernommen hatte, an der Bilanzmedienkonferenz. So werde man Vertriebskapazitäten in der ganzen Welt ausbauen und mehr in Forschung und Entwicklung investieren, sagte Loos, der zuvor Hilti-Finanzchef war.

Schneller wachsen als der Markt

Europa behält auch nach der strategischen Neuausrichtung den Nimbus des wichtigen Heimmarktes. Noch immer generiert Hilti rund die Hälfte des Umsatzes auf dem alten Kontinent. Und: «Wir glauben auch an Wachstum in Europa», sagte Loos. Mit der Strategie «Champion 2020» legt Hilti den Fokus aber verstärkt auf die aufstrebenden Märkte. Verwaltungsratspräsident Pius Baschera sagte: «Die stärksten Impulse werden weiterhin vor allem aus unseren Wachstumsregionen kommen.» Dazu zählen beispielsweise die USA. Doch ebenso Lateinamerika und Asien. Mit dem Bevölkerungs- und dem Wirtschaftswachstum steige in diesen Regionen der Bedarf an Büro- und Wohnraum, an Gewerbeflächen sowie an Energie- und Verkehrsinfrastruktur. Dies kurble die Baukonjunktur an. In diesen dynamischen Märkten will Hilti kräftig zulegen. «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mindestens anderthalbmal so schnell zu wachsen wie der Baumarkt, der im laufenden Jahr um drei bis vier Prozent zulegen dürfte», sagte Loos. Dies soll nicht zuletzt durch die Stärkung der «Hilti-DNA» gelingen: Innovation, Differenzierung sowie der direkte Kundenkontakt.

Von moderat bis kräftig

Hilti hatte in der Krise alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Profitabilität zu steigern. Dies ist dem Konzern gelungen, wie ein vertiefter Blick in die Zahlen von 2013 zeigt: Trotz eines moderaten Wachstums hat das Unternehmen im vergangenen Jahr den Gewinn massiv steigern können. «Das Ergebnis hat die eigenen Erwartungen übertroffen», sagte Loos.

Sein Vorgänger Risberg hatte vor einem Jahr einen Betriebsgewinn zwischen 350 Mio. und 370 Mio. Fr. in Aussicht gestellt, geworden sind es am Ende satte 421 Millionen. «Wir sind mit diesem Betriebsgewinn und einer Betriebsgewinnmarge von 9,7 Prozent in etwa wieder auf dem Niveau, das wir vor der Krise hatten», sagte Loos. Mit der Umsatzentwicklung zeigte er sich zufrieden. «Das Wachstum fiel zwar nicht spektakulär aus, lag aber leicht über dem Markt.»

Ein Kombihammer der neuen Hilti-Geräteserie TE 70 im Einsatz. (Bild: pd)

Ein Kombihammer der neuen Hilti-Geräteserie TE 70 im Einsatz. (Bild: pd)

Christoph Loos Hilti-Konzernchef (Bild: pd)

Christoph Loos Hilti-Konzernchef (Bild: pd)