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Kommentar

High-Tech alleine reicht nicht

Wirtschaftsredaktor Daniel Zulauf zum Ausbau der Krebstherapie Kymriah.
Daniel Zulauf
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Novartis schenkt blutkrebskranken Kindern und Jugendlichen mit einer revolutionären Zelltherapie Hoffnung. Auch für erwachsene Patienten, die unter einer speziellen Form von Lymphdrüsenkrebs leiden, ist die Therapie namens Kymriah nun sowohl in Europa als auch in den USA offiziell zugelassen. Es ist die weltweit erste Gentherapie zur Krebsbekämpfung und es besteht die Möglichkeit, dass sie über den vorerst noch eingeschränkten Einsatzbereich hinaus noch viele Menschen von der Krankheit befreien kann. Der Schweiz bringt diese historische Innovation neue Investitionen und zusätzliche Arbeitsplätze. Das kann unserem Land mit Blick auf die vielen wechselkursbedingten Arbeitsplatzverluste in der Industrie nur guttun. Wenn alles rund läuft und Kymriah die Grenzen in der medizinischen Innovation tatsächlich so weit verschieben kann, wie dies die Therapie zurzeit verspricht, könnte die Zahl der neuen Stellen im Produktionswerk im aargauischen Stein von 260 im Jahr 2020 auf bis zu 450 steigen.

Die robusten Wachstumsraten der Schweizer Wirtschaft sind zum grossen Teil der innovativen Pharmaindustrie geschuldet. Das reicht aber nicht.

Doch gemessen an dem grossen gesellschaftlichen Nutzen, den man sich von Kymriah versprechen darf, nimmt sich die Zahl der Arbeitsplätze doch ziemlich bescheiden aus. Umso mehr, als die High-Tech-Jobs sowieso nur einer kleinen Gruppe von hochspezialisierten Leuten vorbehalten sind. Die robusten Wachstumsraten der Schweizer Wirtschaft sind zum grossen Teil der innovativen Pharmaindustrie geschuldet. Das ist gut für die Statistik, aber für die fünf Millionen Menschen in unserem Land, die sich alle eine ihren Talenten entsprechende Beschäftigung wünschen, reicht es bei weitem nicht aus. High-Tech allein ist deshalb kein Rezept gegen die Franken-Geissel.

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