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Herr und Frau Schweizer essen zu wenig Schweinefleisch: Micarna senkt die Preise – das sorgt für Unmut

Migros' Grossmetzgerei Micarna senkt die Preise für Schweinefleisch, was vom Verband der Schweineproduzenten scharf kritisiert wird.
Kaspar Enz
Bei der Micarna, die hauptsächlich in ihren beiden grossen Standorten in Courtepin und Bazenheid produziert, zeigt man sich vom Boykottaufruf wenig beeindruckt. (Bild: Mareycke Frehner)

Bei der Micarna, die hauptsächlich in ihren beiden grossen Standorten in Courtepin und Bazenheid produziert, zeigt man sich vom Boykottaufruf wenig beeindruckt. (Bild: Mareycke Frehner)

Bei einigen ihrer Lieferanten hat die Micarna derzeit wenig Freunde. «Der preisbestimmende Abnehmer nutzt seine Marktmacht schamlos aus», schreibt Suisseporcs, der Verband der Schweineproduzenten, in einer Mitteilung. Der Preis pro Kilogramm Schlachtgewicht schien sich seit dem Frühling bei 4.50 Franken eingependelt zu haben. Nun schert die Migros-Grossmetzgerei aus: Sie senkt den Preis um zehn Rappen. Dies trotz unverändert freundlicher und gesunder Marktsituation, fügt Suisseporcs an. Und rät Produzenten und Händlern, der Micarna keine Schlachtschweine zu diesem nicht marktgerechten Preis zu verkaufen.

Bei der Micarna, die hauptsächlich in ihren beiden grossen Standorten in Courtepin und Bazenheid produziert, zeigt man sich vom Boykottaufruf wenig beeindruckt. «Die Schweineproduzenten sind nicht verpflichtet, uns zu beliefern», sagt Sprecherin Deborah Rutz. Der Preisabschlag folge dem Auf und Ab von Angebot und Nachfrage. «Wir mussten viel Fleisch einfrieren, und die Läden verkaufen weniger Schweinefleisch», sagt Rutz – trotz Grillsaison. «Es ist einerseits zu heiss, andererseits sind viele Leute in den Ferien.» Kein ungewöhnlicher Vorgang, wie ein Blick auf die Preisentwicklung der vergangenen Jahre zeigt. Ein Einbruch der Preise für Schlachtschweine auf dem Höhepunkt der Sommerferien gehört also quasi zum sprichwörtlichen Schweinezyklus.

Züchter produzierten 
weniger

Für die Produzenten ist die Preissenkung der Migros trotzdem nicht fair. Der Markt sei ausgeglichen, heisst es bei Suisseporcs. Die Produzenten hätten ihre Hausaufgaben gemacht.

«Wir haben im ersten halben Jahr rund sieben Prozent weniger produziert», sagt Raphael Helfenstein von Suisseporcs. «Wir können unsere Schweine noch gut verkaufen.»

Dass sieht man bei Micarna anders. «Dass Industrie und Landwirtschaft den Markt unterschiedlich einschätzen, kann durchaus mal vorkommen», sagt Deborah Rutz.

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