Helvetia investiert kräftig

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Zürich Der Versicherungskonzern Helvetia hat in den ersten sechs Monaten des Jahres aus einem stagnierenden Prämienertrag von 5,5 Milliarden Franken rund 13 Prozent mehr Gewinn gezogen. Das Ergebnis stieg um 24 Millionen auf 210 Millionen Franken. Konzernchef Philipp Gmür zeigte sich auf einer Pressekonferenz in Zürich zufrieden mit der gezeigten Leistung.

An der Börse kam das Zwischenresultat allerdings nicht sonderlich gut an; die Helvetia-Aktien verloren 2,3 Prozent an Wert. Ein Grund für die Marktreaktion dürfte der Umstand sein, dass Helvetia einen wesentlichen Teil der Synergiegewinne aus der 2014 getätigten Übernahme des Basler Konkurrenten Nationale Suisse in sogenannte «Strategieprojekte» weiterinvestiert und nicht den Aktionären zukommen lässt. Unter Strategieprojekten versteht man bei Helvetia verschiedene Massnahmen zur Verbesserung der Effizienz und des Kundenzugangs, wie sie im Rahmen der im März 2016 kommunizierten Strategieperiode 2020 angesprochen oder vorgestellt worden waren.

Hypothekengeschäft soll gestärkt werden

Helvetia hat im Berichtshalbjahr aus der seinerzeitigen Übernahme von Nationale Suisse und der Basler Österreich nach eigenen Angaben Synergiegewinne vor Steuern von 62 Millionen Franken erzielt. Von diesen stammen 46 Millionen Franken aus Personaleinsparungen. Die Synergiegewinne haben sich im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 10 Millionen Franken erhöht. Doch Integrationskosten in der Höhe von 18 Millionen Franken und die Kosten der erwähnten Strategieprojekte, die in der Konferenz annäherungsweise mit 25 Millionen Franken beziffert wurden, haben die Erfolgsrechnung wohl stärker belastet, als dies manche Anleger erwartet haben dürften.

Gmür deutete zudem an, dass diese Kosten in Zukunft weiter steigen könnten. Nebst den Investitionen in Automatisierung und Vereinfachung der Prozesse will Helvetia mit neuen technischen Möglichkeiten das eigene Geschäftsmodell ausweiten und dabei unter anderem auch stärker im Hypothekengeschäft Fuss fassen. Derweil arbeitet Helvetia vor allem im Schweizer Schadengeschäft weiterhin hoch profitabel. (dz)

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