Heliobus bringt Licht ins Dunkel

Die Heliobus AG aus St. Gallen will die Raumnutzung revolutionieren: Sie bringt Tageslicht in dunkle Kellerräume. Ihre Sonnenlichtleiter stehen schon auf dem Potsdamer Platz in Berlin und in Istanbul.

Anna-Luise Beulshausen
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Rudolf Signers Heliobus AG bringt mit Spiegeln Licht in dunkle Keller. (Bild: Urs Jaudas)

Rudolf Signers Heliobus AG bringt mit Spiegeln Licht in dunkle Keller. (Bild: Urs Jaudas)

ST. GALLEN. Die Änderung des Raumplanungsgesetzes hat gezeigt: Die Schweizer möchten den begrenzten Raum besser nutzen. «Wir müssen nicht nur höher bauen, sondern auch in die Tiefe», findet Rudolf Signer. Dank dem Bauingenieur und den 13 Mitarbeitern der Heliobus AG werden auch Kellerräume taghell: Sie leiten Sonnenlicht in dunkle Räume.

Nur Spiegel und Glasröhren

Die Heliobus benötigt lediglich Glasröhren, Spiegel und Folien, um Sonnenlicht ins Innere des Hauses zu leiten und dort zu verteilen. Den Grossteil ihres Umsatzes erzielt die Firma mit der Beleuchtung von Kellerräumen. Ein verspiegelter Lichtschacht mache den Keller manchmal zum hellsten Raum im Haus, sagt Signer. Denn durch den Spiegelschacht falle direktes Sonnenlicht ein, während normale Fenster nur indirektes Licht hereinliessen.

Bereits 1997 installierte Rudolf Signer mit seinem damaligen Ingenieurunternehmen im St. Galler Schulhaus Boppartshof einen Sonnenlichtleiter. Ein auf dem Dach installierter Spiegel fängt Sonnenlicht ein, das durch eine Glasröhre in die unteren Stockwerke geleitet wird. Das Projekt gewann einen Umweltpreis und markierte den Anfang der Heliobus AG. Ein Projekt folgte dem nächsten. 1999 gründete Signer sein neues Unternehmen. Heliobus-Sonnenlichtleiter stehen seit der Jahrtausendwende auch auf dem Potsdamer Platz in Berlin und seit kurzem in Istanbul.

Tageslicht trage zum Wohlbefinden der Menschen bei. Die Bevölkerung realisiere das, sagt Rudolf Signer. Er ist deshalb überzeugt, dass Lösungen wie die der Heliobus grosses Potenzial haben – zumal sie Strom sparen. Das Marketing ist dennoch eine Herausforderung für die Heliobus AG. Es gilt nicht nur, ein neues Produkt zu vermarkten, sondern einen völlig neuen Markt zu erschliessen. «Ich kenne keine vergleichbaren Firmen», sagt Signer.

Heliobus will ausbauen

Auch ohne offensives Marketing steht das Unternehmen gut da. Um die 500 Aufträge schliesst sie jedes Jahr ab. Seit der Gründung wächst sie konstant. Signer will die Grösse der Produktionsräume im Sittertal im nächsten Jahr verdoppeln und weiter Mitarbeiter einstellen. Fachwissen aus der Baubranche sei wichtig, aber auch ein Bezug zu Design. In den letzten Jahren richtete Heliobus Aussenstellen in England und Süddeutschland ein. Frankreich soll folgen. Die Mitarbeiter im Ausland kümmern sich in erster Linie um den Vertrieb. Zur Montage reisen bislang noch Signers Kollegen mit dem Montagebus aus St. Gallen an.