Harzige TTIP-Gespräche

In sechs Monaten soll zumindest eine Grundsatzeinigung über ein transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) stehen. Angesichts der sehr unterschiedlichen Positionen und des Brexit erscheint dies aber fraglich.

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In sechs Monaten soll zumindest eine Grundsatzeinigung über ein transatlantisches Freihandelsabkommen (TTIP) stehen. Angesichts der sehr unterschiedlichen Positionen und des Brexit erscheint dies aber fraglich.

«Mühsam», «unvereinbar»

Durchgesickerte Dokumente zeigen, wie weit die EU und die USA in vielen Fragen noch auseinander liegen. So nennt die EU die Verhandlungen über Nahrungsmittelsicherheit «mühsam», die Positionen bei Kosmetika seien «unvereinbar» und die Gespräche über technische Geräte «geprägt durch die anhaltende Zurückhaltung der US-Seite zu verhandeln». Zudem zeigen die Dokumente, wie stark unterschiedliche Kapitel miteinander verknüpft werden: Die EU will nur über Zollsenkungen für Chemikalien reden, wenn die USA den Export von Flüssiggas erleichtern. Oder: «Fortschritt bei Autoteilen ist nur möglich, wenn die EU Fortschritte bei den Agrarzöllen zeigt», halten die US-Verhandler fest. Umgekehrt will die EU nur über Agrarzölle reden, wenn die USA Zugeständnisse machen bei den geographischen Herkunftsbezeichnungen.

Pharma auf der Zielgeraden

Einfacher scheint die Zusammenarbeit im Pharmasektor zu sein. Im Rahmen der TTIP-Verhandlungen haben sich die US-Arzneimittelbehörde FDA und das EU-Gegenstück EMA besser kennengelernt. Nun vertrauen sie sich so sehr, dass sie bereit sind, die Inspektion von Pharmafirmen gegenseitig anzuerkennen – auch ohne TTIP. «Wir versuchen alles, um noch dieses Jahr Erfolg zu haben», sagt Dara Corrigan von der FDA. (C. M.)