Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Hartes Zinsgeschäft am Nullpunkt

Die St. Galler Kantonalbank konnte ihren Gewinn trotz Tiefstzinsen steigern. Das Zinsgeschäft bleibt stabil.
Kaspar Enz
Die St.Galler Kantonalbank muss sich der andauernden Tiefzinslage stellen.

Die St.Galler Kantonalbank muss sich der andauernden Tiefzinslage stellen.

«Tiefe Zinsen sind weiterhin eine Herausforderung für das Kerngeschäft der Bank», sagte Thomas Gutzwiller, Verwaltungsratspräsident der St. Galler Kantonalbank (SGKB), gestern vor den Medien. Und sie dürften es noch eine Weile bleiben. Bevor die Kurve wieder etwas nach oben zeigt, gehe die Nationalbank wohl noch tiefer.

Das liessen zumindest die Futures-­Märkte vermuten, zeigte CEO Roland Ledergerber auf. «Diese Situation kann nicht nachhaltig sein», sagte er. Sie führe zu Kollateralschäden: Die Altersvorsorge ist in Gefahr. Das Risiko von Blasen steigt, gerade im Immobilienmarkt.

Doch die Tiefzinslage zeigt sich auch direkt im täglichen Geschäft der Bank. Die Zinsen, die sie für Festhypotheken mit längeren Laufzeiten fordern kann, sind auf das Niveau von Hypotheken mit kürzeren Laufzeiten und Geldmarkthypotheken gesunken. Als Folge der tiefen Zinsen sei die durchschnittliche Laufzeit neuer Hypotheken auf 8,5 Jahre gestiegen.

Nullgrenze gilt noch für Spargelder

Die Marge auf zehnjährigen Festhypotheken habe sich innerhalb eines Jahres um rund 0,5 Prozent reduziert. Denn bei den Zinsen für Spargelder wagt noch niemand den Schritt unter Null. Und der härtere Wettbewerb lässt höhere Hypothekarzinsen nicht zu. «Verlangen wir einen höheren Satz, geht der Kunde zur Konkurrenz», sagte Ledergerber. Trotzdem sind die Banken unter Druck, die Kredite zu vergeben – sonst müsste das Geld zu Negativzinsen angelegt werden. «Banken müssen profitabel sein.»

Trotz dieses Umfeldes konnte die SGKB den Ertrag aus dem Zinsgeschäft leicht um 1,3 Prozent steigern. Die Ausleihungen sind dabei um gut 800 Millionen Franken auf 26,8 Milliarden gestiegen. Einen Grossteil des Wachstums machen institutionelle Immobilienanleger aus. Das Zinsgeschäft trägt mit 152 Millionen Franken auch weiterhin den Löwenanteil zum gesamten Ertrag der Bank bei, der im Vergleich zur Vorjahresperiode mit 237 Millionen Franken um 2 Millionen gewachsen ist. Den Rückgang im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft, wo der Ertrag rund 3 Millionen unter dem Wert des Vorjahrs lag, machte unter anderem ein gutes Ergebnis im Handel wett, wo der Ertrag um 2 Millionen stieg.

Freuen konnte sich die St. Galler Kantonalbank über einen deutlich gesteigerten Bruttogewinn, der mit 108 Millionen Franken 6,9 Prozent über dem Vorjahreswert lag. Dieses Ergebnis wurde aber vor allem auf der Kostenseite erzielt: Der Wegfall der Kosten für das Jubiläum und tiefere IT-Kosten senkten den gesamten Aufwand um 3,4 Prozent.

Eigenkapital gestärkt

Als Erfolg wertet die SGKB auch die Kapitalerhöhung im Frühling. Von den 420240 neuen Aktien wurden knapp die Hälfte von bestehenden Aktionären bezogen. Das sei ein Zeichen des Vertrauens von Seiten der Aktionäre, sagte Roland Ledergerber. Mit der Kapitalerhöhung wuchs die Eigenkapitalbasis um 173 Millionen Franken.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.