Harte Jahre nach der Finanzkrise

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Zusammenbruch Der Beginn der schwersten Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit jährt sich in diesem Sommer zum zehnten Mal. Ausgehend vom Zusammenbruch des US-Hypothekenmarktes und der Angst vor faulen Hypothekenpapieren breitete sich die Krise ab 2007 mit rasender Geschwindigkeit rund um den Globus aus. Daraus folgte ein globaler Konjunktureinbruch fast beispiellosen Ausmasses. Später gerieten die Staatsfinanzen zahlreicher Länder in Turbulenzen, die europäische Währungsunion kam in eine tiefgreifende Vertrauenskrise.

In der Bankenbranche kulminierten die Probleme, als die US-Investmentbank Lehman dann im Jahr 2008 Insolvenz­antrag stellte. Das Misstrauen an der Börse stieg, der Welthandel brach ein, und in vielen Ländern stürzte die Wirtschaft in eine schwere Rezession. In der Schweiz beschlossen Bundesrat, Nationalbank und Bankenkommission im Oktober 2008 ein umfassendes Massnahmenpaket zur Stabilisierung des Finanzsystems. Die Grossbank UBS erhielt 6 Milliarden Franken vom Bund.

Finanzhäuser nur teilweise erholt

Bankaktionäre mussten dabei in den letzten zehn Jahren besonders starke Nerven bewahren. In der Finanzkrise rauschten die ­Titel von Geldhäusern weltweit in den Keller. Während vor allem die US-Banken die Wende an der Börse schafften, dümpeln die Kurse der grossen deutschen Geldhäuser Deutsche Bank und Commerzbank noch immer auf dem Niveau herum, auf das sie in den Krisenjahren abrutschten. Spekulationen auf ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik haben Bankaktien zwar etwas beflügelt. Analysten der NordLB raten aber zur Vorsicht – auch bei US-Bankaktien, ihre Bewertung sei schon relativ hoch. Fantasien über steigende Leitzinsen seien weitgehend eingepreist. «Anlagen in Finanztitel sollten generell sehr gut überlegt werden.» (rtr)