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Hart in der Sache – mild in der Art

Was Gerold Bührer einem auserwählten Kreis schon vor einiger Zeit anvertraut hatte, ist seit gestern offiziell: Auf den 1. Oktober tritt der Mann mit den stahlblauen Augen nach sechs Jahren als Economiesuisse-Präsident zurück.
Gerold Bührer tritt nach sechs Jahren als Präsident des grössten Dachverbands der Schweizer Wirtschaft, Economiesuisse, zurück. (Bild: Keystone)

Gerold Bührer tritt nach sechs Jahren als Präsident des grössten Dachverbands der Schweizer Wirtschaft, Economiesuisse, zurück. (Bild: Keystone)

Was Gerold Bührer einem auserwählten Kreis schon vor einiger Zeit anvertraut hatte, ist seit gestern offiziell: Auf den 1. Oktober tritt der Mann mit den stahlblauen Augen nach sechs Jahren als Economiesuisse-Präsident zurück. Auf seine berufliche Zukunft hält er den auffälligen Blick aber weiterhin gerichtet. Die Gerüchte, dass dem 64-Jährigen eine lukrative Beraterstelle bei einer Grossbank angeboten wurde, verneint er zwar. In die Rente gehen will der Wirtschaftsprüfer aus Thayngen aber «sicher nicht».

Grosse Fussstapfen hinterlassen

Economiesuisse-intern drängte sich Bührers Rücktritt auf: Gemäss Statuten wäre zwar eine dritte Amtsperiode möglich gewesen, eine ungeschriebene Regel besagt aber, dass der Präsident des Wirtschaftsdachverbandes nach der zweiten geht. Und ein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern: Der Verband stellt den «erfahrenen Wirtschaftsmann» Rudolf Wehrli für die anspruchsvolle Aufgabe zur Wahl. Dieser tritt in grosse Fussstapfen, schliesslich ist man mit Bührer mehr als zufrieden. Unter seiner Führung seien wichtige Reformen durchgesetzt worden, Economiesuisse habe sich von Grund auf neu ausgerichtet und die Führerschaft in wirtschafts- und finanzpolitischen Themen errungen. Mit einer jungen und schlagkräftigen Führungsmannschaft und dem Mitgliederwachstum stehe der Verband dank des ehemaligen FDP-Parteipräsidenten gut da. Als sein eigener grösster Erfolg nennt der Vater von zwei erwachsenen Kindern, dass er wieder eine Geschlossenheit des Verbandes herstellen konnte.

Bührers Einstieg in die Politik erfolgte 1982 im Schaffhauser Kantonsrat, 1991 wurde er in den Nationalrat gewählt. In den 16 Jahren als solcher kämpfte er als klassischer Liberaler für einen Staat, der wenig vorschreibt. Mit seiner überzeugenden Art und getreu dem Motto «Hart in der Sache, mild in der Art» erreichte er viel. 2001 stieg er zum FDP-Präsidenten auf. Nach eineinhalb Jahren stolperte er aber über den Abzockerskandal der Rentenanstalt, wo er im Aufsichtsgremium sass. 2003 nahm sich Bührer nicht nur wegen der politischen Ausgangslage als Bundesratskandidat zurück – sondern auch um einer Frau Vortritt zu gewähren. Effektiv in den Bundesrat gewählt wurde dann Hans-Rudolf Merz.

Hobbies wieder mehr pflegen

Gerold Bührer ist Verwaltungsrat von Swiss Life, Georg Fischer, Züblin Immobilien, Bank Sal. Oppenheim Schweiz, vom Unternehmen Cellere und Nationalbank-Ratsmitglied. Sein Economiesuisse-Engagement beträgt 50 Prozent, nach über 30 Jahren in der Öffentlichkeit will er nun «ein bisschen kürzertreten und sich zu kurz gekommenen Hobbies widmen». Wozu wohl auch «Geris» Privatleben zählt: Vor gut zwei Monaten hat er in zweiter Ehe die ehemalige Berner SVP-Regierungs- und Nationalrätin Elisabeth Zölch geheiratet. Kathrin Reimann

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