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Harley-Davidson verlagert wegen EU-Zöllen Produktion aus den USA

Der Motorradhersteller Harley-Davidson leidet unter der Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump. Nun verlagert die Firma einen Teil ihrer Produktion ins Ausland.
Renzo Ruf, Washington
Harley Davidson baut seine Produktion ausserhalb der USA aus, um den im Handelsstreit eingeführten neuen Zöllen der EU auszuweichen. (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU)

Harley Davidson baut seine Produktion ausserhalb der USA aus, um den im Handelsstreit eingeführten neuen Zöllen der EU auszuweichen. (Bild: KEYSTONE/TI-PRESS/GABRIELE PUTZU)

Eine amerikanische Industrie-Ikone zieht Konsequenzen aus der Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump und aus dem schwächelnden Heimatmarkt. Harley-Davidson, 1903 gegründeter Hersteller von schweren Motorrädern, gab heute in einer Eingabe für die Börsenaufsicht SEC eine Produktionsverlagerung bekannt. Das ist eine direkte Antwort auf den von US-Präsident Donald Trump ausgerufenen Handelskrieg mit europäischen und asiatischen Staaten.

Weil die Europäische Union als Vergeltung gegen US-Strafzölle auf Aluminium und Stahl nun (unter anderem) die Einfuhr von Harley-Davidson-Maschinen aus den USA mit einer Extra-Abgabe von 25 Prozent belegt, wird der in Wisconsin beheimatete Konzern in den nächsten 9 bis 18 Monaten «die Produktion in den internationalen Fabriken» ausbauen, heisst es.

Es drohen weitere Einschnitte

Von der Massnahme profitieren die Harley-Fabriken in Australien, Brasilien, Indien und Thailand, die nun wohl die Motorräder herstellen werden, die für den europäischen Markt bestimmt sind. Harley setzt gemäss eigenen Angaben jedes Jahr gegen 40000 Motorräder in der Europäischen Union ab, oder rund einen Sechstel der gesamten Produktion. Und weil Harley auf diesen wichtigen Markt angewiesen ist, seien vorerst keine Preiserhöhungen geplant, heisst es in der SEC-Eingabe.

Stattdessen werde der Konzern die Zollabgaben (geschätzte 30 bis 45 Millionen Dollar allein im laufenden Jahr) aus dem eigenen Sack berappen. Hinzu kommen Zusatzkosten für Aluminium und Stahl von gegen 20 Millionen Dollar pro Jahr, weil die Strafzölle Trumps das Rohmaterial für die Motorräder verteuern.

Der Kurs der Harley-Davidson-Aktie gab an der New Yorker Börse im frühen Handel um mehr als 5 Prozent nach. Den Preis für diese Entwicklung werden (früher oder später) die 5200 Harley-Angestellten in den USA bezahlen. Bereits jetzt herrscht in den vier heimischen Motorradfabriken in Wisconsin, Pennsylvania und Missouri eine gewisse Überkapazität – weil die Nachfrage nach den schweren Maschinen in den USA stetig sinkt. Die Fabrik in Missouri wird deshalb im nächsten Jahr geschlossen; 800 Stellen sind davon betroffen. Nun drohen wohl weitere Einschnitte.

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