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HANDWECHSEL: Rückkehr zu den Wurzeln

Beim Abholgrosshändler CC Angehrn endet die Episode als Teil des Migros-Konglomerats. Unter der neuen Eigentümerin, der Westschweizer Firma Aligro der Unternehmerfamilie Demaurex, soll sich der Familienbetrieb aus Gossau weiterentwickeln.
Thomas Griesser Kym
CCA-Geschäftsleiter Martin Angehrn in einem seiner neun Abholmärkte für Grossverbraucher. (Bild: PD)

CCA-Geschäftsleiter Martin Angehrn in einem seiner neun Abholmärkte für Grossverbraucher. (Bild: PD)

Thomas Griesser Kym

«Eine optimale Lösung, um in der Schweiz langfristig wachsen zu können und erfolgreich zu bleiben» – mit diesen Worten feierten vor elf Jahren die Migros und Cash+Carry Angehrn (CCA) den Einstieg des Grossverteilers beim Abholgrosshändler mit Sitz in Gossau. Damals kaufte die Migros der Familie Angehrn 30 Prozent an CCA ab und stockte den Anteil 2012 auf 80 Prozent auf. Man träumte von besseren Einkaufskonditionen in der Beschaffung dank Grössenvorteilen.

Nun kommt es zu einer abrupten Kehrtwende: Die Saviva AG, in der die Migros ihren Grosshandel gebündelt hat, hat der Familie Angehrn die übrigen 20 Prozent an CCA abgekauft und verkauft nun das ganze Un­ternehmen an die Firma Aligro. Diese betreibt den Abholgrosshandel des Westschweizer Grossisten Demaurex & Cie SA. Ali­gro übernimmt alle 360 Beschäftigten der CCA und führt deren neun Standorte in der Deutschschweiz, davon vier in der Ostschweiz (Gossau, Frauenfeld, Sargans, Rapperswil), unter der Marke CCA Angehrn weiter. Die Geschäftsleitung obliegt weiterhin Martin Angehrn.

Aligro mit 550 Mitarbeitenden hat selber fünf Abholgrossmärkte, davon vier in der Romandie und einen in Schlieren. Geografisch ergänzen sich CCA und Aligro. Zusammen rücken sie zudem näher an Marktführer Prodega, der via Transgourmet zu Coop gehört, und sie gewinnen Abstand zur Nummer drei im Abholgrosshandel, TopCC von Spar. In Abholmärkten kaufen Grossverbraucher ein wie Hotels, Restaurants, Kantinen, Heime, Dorf- und Quartierläden, Bäckereien, Kioske usw. Das Geschäft ist hart, denn der Einkaufstourismus, das Ausbleiben von Feriengästen als Folge der Frankenstärke und die Alternative, sich von Grosshändlern beliefern zu lassen, machen den Abholmärkten zu schaffen. CCA jedenfalls ist vergangenes Jahr umsatzmässig geschrumpft, wie dem Migros-Geschäftsbericht 2016 zu entnehmen ist. Wie viel CCA umsetzt, will Saviva-Sprecherin Simone Frei nicht sagen. 2006, als die Migros einstieg, waren es mit damals acht Abholmärkten und 300 Beschäftigten gut 350 Millionen Franken.

Erneuern und vielleicht mal expandieren

Die Migros-Tochter Saviva AG selber konzentriert sich künftig im Grosshandel auf die Belieferung, wo man marktführend sei. Dies mit den Firmen Scana, Lüchinger + Schmid, Apposito und Mérat. Die Synergien zwischen Belieferungsgrosshandel und Cash+Carry seien «kleiner als erwartet» gewesen, wird der Verkauf von CCA begründet. Dabei ist auch die Rede von «unterschiedlichen Kundenanforderungen» in diesen beiden Absatz­kanälen. Frei erklärt, in der Belieferung spielten Dienstleistungen eine sehr wichtige Rolle, während im Cash+Carry-Geschäft die Marktbearbeitung mit beispielsweise wöchentlichen Aktionen stärker gewichtet werde.

Martin Angehrn sagt in einem Video auf der CCA-Website über den Verkauf der Firma, die von ihm in fünfter Generation geleitet wird, ans Familienunternehmen Aligro: «CC Angehrn kehrt zu seinen Wurzeln zurück.» Zusammen werde man «ein starker, nationaler Cash+Carry-Anbieter». Ferner stellt er «die Erneuerung der CCA-Märkte» und für 2018 «Sortimentsergänzungen» in Aussicht. Konkretes lasse sich noch nicht sagen, sagt anstelle Angehrns Dominique Demaurex, dem zusammen mit seinem Bruder Etienne Aligro gehört. Ferner sagt Demaurex, zuerst wolle man die bestehenden Abholmärkte entwickeln. «Langfristig sehen wir Potenzial für neue Stand­orte.» Saviva-Sprecherin Frei sagt, die aufgebaute Belieferung von CCA mit Artikeln der Migros-­Industriebetriebe solle beibehalten werden. Aligro sei jedoch frei in der Beschaffung.

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