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Gebäudetechnik: Hälg wird weiblicher und digitaler

Die St. Galler Firmengruppe versucht mehr Frauen und mehr Junge für ihr Geschäft zu begeistern. Gleichzeitig beginnt die Digitalisierung, die Arbeit auf der Baustelle allmählich zu verändern.
Thomas Griesser Kym
Hälg bewirtschaftet seit 2018 die technischen Anlagen und die Infrastruktur des früheren Zieglerspitals in Bern, das heute für Bundesasylzentrum, Hostel, betreutes Wohnen, Start-ups und Künstlerateliers zwischengenutzt wird. (Bild: PD)

Hälg bewirtschaftet seit 2018 die technischen Anlagen und die Infrastruktur des früheren Zieglerspitals in Bern, das heute für Bundesasylzentrum, Hostel, betreutes Wohnen, Start-ups und Künstlerateliers zwischengenutzt wird. (Bild: PD)

Stünde heute ein gelernter Heizungsmonteur auf Jobsuche vor der Tür, Roger Baumer würde ihn sofort einstellen. «Selbst dann, wenn wir gerade keine Stelle offen hätten», sagt der Mitinhaber und Chef der Hälg Building Services Group. Denn Baumer weiss: Arbeit hat die Gebäudetechnikbranche genügend, und Fachkräfte sind gesuchte Leute. Die Hälg-Gruppe, die inzwischen gut 1000 Beschäftigte hat, setzt deshalb stark auch auf eigene Aus­bildung und hat einen Anteil von 10 Prozent Lernenden unter ihren Fittichen. Jüngst hat man in St. Gallen gleich drei junge Leute mit einem Lehrvertrag im Lüftungsanlagenbau ausgestattet, wo man sonst nur einen Lernenden aufnimmt. Doch der Nachwuchs in handwerklichen Berufen macht sich rar, und Hälg hat die Gelegenheit beim Schopfe gepackt.

Vorwärts geht es auch mit der Beschäftigung der Frauen. In der ganzen Gruppe sind es bisher 80. Doch bei den technischen Bürolehren steigt der Frauenanteil, und im Facility Management, al­so dem Gebäudeunterhalt, sind die Frauen in der Mehrheit. Wenig präsent sind sie als Monteurinnen für Installationen auf der Baustelle. Um Junge für entsprechende Lehren zu begeistern, hat Hälg auf haelg.ch/karriere eigens ein Karriereportal eingerichtet.

«Ein digitales Modell hat viele Vorteile»

Was die Gruppe ebenfalls umtreibt, ist die Digitalisierung. Der Baugerätehersteller Hilti hat vor kurzem dargelegt, wie er sich die Zukunft auf der Baustelle vorstellt. Dazu zählt zwecks Steigerung der Produktivität, Präzision und Qualität das Building Information Modeling (BIM), bei dem digitale 3D-Modelle die Baupläne auf Papier ablösen. Hälg-Mitinhaber Marcel Baumer bestätigt: «Ein digitales Modell hat viele Vorteile.» So erleichtert es beispielsweise die Koordination des Einsatzes der diversen Handwerker zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Oder es erlaubt, bei Installationen Lage, Winkel, Abstände, Durchgangsbreiten usw. auf ihre Richtigkeit zu kontrollieren und Abweichungen sofort zu korrigieren statt zeitraubender und teurer erst nach Fertigstellung. Zudem sind digitale Modelle später im Gebäudeunterhalt oder bei Reparaturen vorteilhaft.

Marcel Baumer betont aber auch: «Die Planung beansprucht mehr Zeit und muss fertig sein, bevor mit den Arbeiten begonnen wird.» Hälg hat bereits erste Erfahrungen gesammelt, so etwa beim Felix-Platter-Spital in Basel, wo man mit der BIM-Methode die Installationen und Gebäudeautomation geplant hat. «Unsere Monteure sind dann mit dem Tablet auf die Baustelle gegangen», sagt Baumer.

2018 hat Hälg den Umsatz um 12 Millionen Franken auf 305 Millionen gesteigert und die Zahl der Mitarbeitenden um 40 auf 1040, wobei 4 Millionen Umsatz und 20 Beschäftigte dank der Akquisition der Meneo Energie SA dazustiessen. Dank dieses Zukaufs ist Hälg nun auch im Kanton Neuenburg physisch präsent. In Chur und Basel hat man ebenfalls expandiert, womit die Gruppe mit Hauptsitz in St. Gallen inzwischen 23 Standorte hat.

Hälg ist gut mit Arbeit versorgt

Der Schweizer Markt in der Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie Sanitärinstallation ist sehr fragmentiert: Roger Baumer spricht von über 4000 Kleinbetrieben, die oft nur eine oder zwei Dienstleistungen anböten, und knapp 50 mittleren. Die Konsolidierung halte aber an. Hälg selber zählt sich zum halben Dutzend der Branchengrössen.

Für 2019 zeigen sich die Baumers zuversichtlich. Den Umsatz will man stabil halten und die Profitabilität verteidigen. Diese war allerdings schon besser als vergangenes Jahr, liege aber wohl weiterhin über dem Branchenschnitt. Der Auftragsbestand und die Auslastung der Hälg-Gruppe seien «sehr gut». Der Arbeitsvorrat reiche für unüblich lange neun Monate. Das Ausbaugewerbe dürfte vorerst auf hohem Niveau bleiben; gerade in den Grosszentren seien die Leerstände noch immer tief. Zum Vorteil gereicht Hälg der Trend zu energetischen Sanierungen.

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