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Hälg behält die Zuversicht

Die Gebäudetechnikgruppe hat 2015 zwar weniger eingenommen, dafür aber die Produktivität gesteigert. Und Hälg spricht von einem «sehr guten» Auftragsbestand, der über dem Vorjahr liege.
Thomas Griesser Kym
Die Liegenschaften Core & Next am Bahnhof Schlieren, wo Hälg auch für Reinigung und Pflege zuständig ist. (Bild: pd)

Die Liegenschaften Core & Next am Bahnhof Schlieren, wo Hälg auch für Reinigung und Pflege zuständig ist. (Bild: pd)

ST. GALLEN. 274 Mio. Fr. hat die Hälg Building Services Group vergangenes Jahr umgesetzt. Das sind 24 Mio. Fr. weniger als 2014, und es ist «der erste Rückgang seit vielen Jahren», sagt Unternehmenschef Roger Baumer. Ihm gehört die Firmengruppe mit Sitz in St. Gallen zusammen mit seinem Bruder Marcel, der ebenfalls in der Geschäftsleitung wirkt. Das Umsatzminus der Gruppe, die alle möglichen Arbeiten und Dienstleistungen rund um die Gebäudetechnik bietet, ist für Roger Baumer aber «nicht besorgniserregend».

Er nennt drei Erklärungen: Erstens hat Hälg letztes Jahr weniger Grossaufträge ausgeführt. Das drückt auf den Umsatz, weil solche Projekte mit hohen Anteilen an Material und Fremdleistungen verknüpft sind. Zweitens hat Hälg, die ausschliesslich in der Schweiz tätig ist, die Frankenstärke gespürt. Zwar konnte man bei Schweizer Händlern, die Material im Euroraum einkaufen, dieses dank Preisnachlässen zwischen 8% und 11% günstiger einkaufen. Aber ebenso hat Hälg diese Preisvorteile an die Kunden weitergeben müssen. Diese haben einerseits hart verhandelt, und andererseits zwingt der intensive Preiswettbewerb in der Schweizer Gebäudetechnikbranche dazu, in dem mehr und mehr auch Tochterfirmen von Stromkonzernen mitmischen, wie Roger Baumer sagt. Drittens ist Hälg vergangenes Jahr besonders mit einigen Dienstleistungen gewachsen, die weniger materialintensiv sind, dafür mehr Personal benötigen.

Das ist indessen bewusst so gewählt, wie Marcel Baumer sagt, denn solche Dienstleistungen generieren oft eine höhere Wertschöpfung. Vor allem im Sanitärgeschäft und im Facility Management (Gebäudeunterhalt) habe man «die Vorjahreswerte deutlich übertroffen».

Arbeit für acht Monate

Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass Hälg trotz des Umsatzrückgangs viel Arbeit gehabt und die Zahl der Mitarbeitenden im engmaschigen Netz der landesweit 19 Standorte von 890 auf 900 aufgestockt hat. Zudem sei die Produktivität der Belegschaft um 2% gestiegen.

Dazu hat auch die Vereinfachung administrativer Prozesse im Service beigetragen, wodurch die Techniker Aufträge schneller und flexibler abwickeln können. Für 2016 rechnet Roger Baumer damit, dass Hälg den Umsatz halten kann. Der Auftragseingang habe letztes Jahr jenen des Vorjahres übertroffen, und der «sehr gute» Arbeitsvorrat reiche etwa für acht Monate.

Marcel Baumer erwartet, dass der Wirtschafts- und der Infrastrukturbau – die beiden zentralen Segmente Hälgs – weiterhin solide läuft. Vor allem der öffentliche Hochbau, vor allem dank Spitalbauten, bleibe viel- versprechend, und im Aus- und Umbau sei wieder eine Aufwärtsbewegung spürbar. Mit der Profitabilität ihrer Firmengruppe zeigen sich die Baumers «zufrieden».

Hälg bleibt eigenständig

Ihre Zuversicht speist sich auch aus neuen Dienstleistungen mit Wachstumspotenzial wie etwa Blitzschutz, Beratungen und Planungen betreffend Energieeffizienz oder Gebäudetechnik für Life-Sciences-Unternehmen, in denen zum Beispiel Reinräume besonders hohe Anforderungen stellen an die Lüftung. Sodann will Hälg punktuell den Markt besser durchdringen, etwa am Standort Winterthur, der erst seit vier Jahren besteht. Zudem sind weitere Übernahmen denkbar, zum Beispiel im Unterwallis als ein weisser Fleck auf Hälgs Schweizer Landkarte, doch stellt Roger Baumer «hohe Ansprüche an die Profitabilität. Wir wollen gute Firmen erwerben, die wir integrieren und weiterführen können». Umgekehrt hat auch Hälg schon Angebote von Investoren bekommen, doch beissen diese bei den Baumers auf Granit: «Wir bleiben ein Familienunternehmen und haben auch keinen Bedarf an Wachstumsfinanzierung.»

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