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Gute Geschäfte mit der Textilindustrie: Saurer läuft auf hohen Touren

Die Saurer-Gruppe hat ein starkes Geschäftsjahr hinter sich. In der Ostschweiz arbeiten nur noch 140 Beschäftigte für den Textilmaschinenkonzern, doch sind hier das Technologiezentrum angesiedelt und der Hauptsitz. Und das soll auch so bleiben.
Thomas Griesser Kym
Zinser-Kompaktspinnmaschinen des Saurer-Konzerns. (Bild: PD)

Zinser-Kompaktspinnmaschinen des Saurer-Konzerns. (Bild: PD)

Der Umsatz des Textilmaschinenkonzerns stieg vergangenes Jahr um 5,8 Prozent auf 9,2 Milliarden chinesische Renminbi. Umgerechnet sind das gut 1,3 Milliarden Franken. Im weitaus grössten Markt China, in dem Saurer gut 44 Prozent des Umsatzes erarbeitete, nahmen die Verkäufe um gut 11 Prozent zu. Und dies, obwohl die chinesische Wirtschaft unter anderem wegen des Handelsstreits mit den USA das geringste Wachstum seit 28 Jahren verzeichnete.

Zum Vorteil gereichte Saurer unter anderem eine hohe Nachfrage nach Zwirnmaschinen, weil der Glasfasermarkt ungebrochen expandiert. Gezwirnte Glasfasergarne werden unter anderem in Batterien für Elektromotoren, Smartphones, Leiterplatten usw. verwendet. Auch in der Nachbarschaft brummt das Geschäft. Allein in Bangladesh steigerte Saurer die Verkäufe um fast zwei Drittel, in Vietnam um gut ein Fünftel. Saurer sei gut positioniert, um vom Wachstum in diesen und anderen südostasiatischen Ländern zu profitieren.

Wachstum in europäischen Märkten

Leicht rückläufig waren die Verkäufe dagegen als Folge wirtschaftspolitischer Entwicklungen in den zweit- und drittwichtigsten Märkten Saurers, Indien und die Türkei. Das fällt ins Gewicht, erarbeitet doch Saurer in jedem dieser beiden Länder mehr Umsatz als in Amerika oder in Europa (ohne Türkei) (siehe Grafik). Gleichwohl bleiben auch die alten Märkte wichtig: So stiegen die Umsätze in Deutschland und in der Schweiz um je gut ein Drittel, in Spanien, Portugal und den USA je um 30 Prozent.

Als einen Faktor des Erfolgs macht Saurer aus, dass der Konzern laut eigenen Angaben auf der ganzen Welt näher an die Kunden rückt. Das Unternehmen ist bestrebt, über die Belieferung mit Textilmaschinen hinaus die Kunden vermehrt in die technologische Entwicklung einzubinden und als Komplettanbieter aufzutreten.

Forschung an digitalen Technologien in Arbon

Ein Baustein dieser Strategie ist das neue Technologiezentrum in Arbon, in dem Automations- und Sensortechnik sowie Datenanalytik erforscht und entwickelt werden. Diese intelligenten Technologien werden dann in die Maschinen Saurers integriert. Allein vergangenes Jahr hat Saurer die Ausgaben für Forschung und Entwicklung um die Hälfte erhöht. Ein anderer Baustein ist das neue Werk in Urumqi im Westen Chinas, das Saurer im dritten Quartal in Betrieb genommen hat. Dieses Werk ist das erste, das sowohl Spinnervorbereitungs- als auch Spinnmaschinen herstellt.

Und in diese Strategie der Kundennähe passt auch die Anfang Februar angekündigte und bis Ende Jahr geplante Verlagerung der Montage der Stickmaschinen von Arbon ins chinesische Saurer-Werk Suzhou, weil in China die meisten Kunden und mittlerweile auch die meisten Lieferanten sitzen.

Swissness als Gütesiegel in Asien

Die Anstrengungen Saurers sind vergangenes Jahr mit einem Anstieg des Gewinns vor Steuern um 15 Prozent auf 1,15 Milliarden Renminbi (165 Millionen Franken) und einen Plus des Reingewinns von gut 14 Prozent auf 857 Millionen Renminbi (123 Millionen Franken) belohnt worden. Die operative Marge hat sich von 11,4 auf 12,4 Prozent des Umsatzes verbessert. Einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr gibt Saurer wie üblich nicht ab.

Die Zahl der Mitarbeitenden stieg weltweit vergangenes Jahr von 4300 auf 4700. In der Schweiz zählt das Unternehmen 140 Beschäftigte, davon rund 100 in Arbon im Technologiezentrum und in der Produktion, wobei 30 bis 35 Stellen als Folge der Verlagerung der Montage, Qualitätssicherung, Logistik und Spedition verloren gehen werden. Weitere 40 Beschäftigte sind in Gruppenfunktionen in Arbon sowie am Hauptsitz in Wattwil beschäftigt. Saurer-Sprecherin Simona Gambini bekräftigt, es sei die feste Absicht, den Hauptsitz in der Schweiz zu behalten, weil dies der Reputation Saurers in Asien und speziell in China förderlich sei.

Saurer ist seit 2013 in chinesischer Hand

Der Textilmaschinenkonzern Saurer ist 2013 von OC Oerlikon an die chinesische Jinsheng-Gruppe verkauft worden. Diese hat Saurer an die Börse von Schanghai gebracht, doch ist Jinsheng-Chef Pan Xueping mit gut 46 Prozent der Aktien bestimmender Hauptaktionär geblieben. Der Hauptsitz Saurers, einst in Arbon, ist in Wattwil. In der Schweiz hat die Firma noch rund 140 Angestellte.

Saurer hat zudem Standorte in Deutschland, Brasilien, Mexiko, China, Indien, Singapur, den USA und der Türkei. Der Konzern ist in zwei Sparten aktiv: Spinning Solutions (Spinnmaschinen zur Stapelfaserverarbeitung) und Saurer Technologies (Zwirn- und Sticksysteme sowie Komponenten).

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