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Gute Basis für die Aktienmärkte

Börsenspiegel
Caroline Hilb Paraskevopoulos, Leiterin Anlagestrategie und Analyse, St. Galler Kantonalbank

Der diesjährige Wirtschaftsnobelpreis geht an Richard H. Thaler. Damit wird erneut ein Wissenschafter für seine Arbeiten im Bereich Verhaltensökonomie ausgezeichnet. Das ist gut so, denn die Verhaltensökonomie befasst sich mit menschlichem Verhalten in wirtschaftlichen Situationen, welche sich weder durch mathematische Modelle noch durch ökonomische Annahmen erklären lässt.

Die Verhaltensökonomie offenbart, dass jeder Wirtschaftsakteur letztlich ein Mensch ist, der oft rational handelt, aber nicht vor Überlegungsfehlern gefeit ist. Und gerade die aktuelle Marktphase ist ein Tummelfeld für diese Art von «Verlockungen». Denn die aktuell historisch hohen Indexstände an den Aktienmärkten schreien schon fast nach einer Korrektur, nach Gewinnmitnahmen und nach kritischen Fragen, ob diese Indexlevels gerechtfertigt sind oder eben nicht. Die Verhaltensökonomie besagt, dass der Entscheid auf-grund von Indexständen aber häufig ein Überlegungsfehler ist.

Aktuell notieren die Stimmungsindikatoren auf der positiven Seite. Und gerade das löst ein besonders starkes Misstrauen aus. So taucht die Frage auf, ob die Anleger alle Risiken ignorieren, die hohen Indexstände und die Freude über die Kursgewinne die Investoren blenden. Die Frage lässt sich nicht zu 100 Prozent mit einem Nein beantworten, aber die Konjunkturdaten sind in einer bemerkenswert guten Verfassung. Insbesondere die vorlaufenden Indikatoren notieren auf sehr hohen Niveaus, was eine weitere Expansion der Wirtschaft signalisiert.

USA–Nordkorea auf dem Risikoradar

Auch die Erwartungen an die anstehende Gewinnsaison sind positiv, ohne unrealistisch hoch zu erscheinen. Ferner signalisiert die US-Notenbank, Fed, zwar eine restriktivere Geldpolitik, sie hat sich aber für eine sanfte Erhöhung der Zinsen entschieden. Ebenfalls geht sie die Reduktion ihrer Bilanzsumme sachte an. Die Kombination dieser drei Faktoren, Konjunktur, positive Gewinnerwartungen, sanfte Geldpolitik , legen aktuell die Basis für eine gute Entwicklung an den Aktienmärkten, auch wenn die Indexstände sehr hoch notieren. Die St. Galler Kantonalbank geht davon aus, dass die Aktienmärkte sich in der nahen Zukunft positiv entwickeln werden. Auf dem Risikoradar bleibt die Situation zwischen den USA und Nordkorea, denn dort kann sehr schnell etwas passieren.

Sobald China eingreifen muss, ist der Konflikt an den Finanzmärkten angekommen. Beobachtet wird auch alles, was mit der US-Geldpolitik zu tun hat. Ein sanfter Kurs in Richtung «restriktiver» ist enorm wichtig, eine schnelle Zinserhöhung würde die Konjunkturentwicklung empfindlich schwächen.

Caroline Hilb Paraskevopoulos, Leiterin Anlagestrategie und Analyse, St. Galler Kantonalbank

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