Gründerfamilie von Sika ist abgeblitzt

BAAR. Der Baustoffzulieferer Sika hat erneut eine turbulente Generalversammlung erlebt. Vieles deutet darauf hin, dass das Schicksal der Firma durch die Gerichte entschieden wird. So ist nach der ordentlichen Generalversammlung vom 14.

Ernst Meier
Drucken
Teilen

BAAR. Der Baustoffzulieferer Sika hat erneut eine turbulente Generalversammlung erlebt. Vieles deutet darauf hin, dass das Schicksal der Firma durch die Gerichte entschieden wird. So ist nach der ordentlichen Generalversammlung vom 14. April auch die gestrige ausserordentliche GV zum Heimspiel der Sika-Chefs geworden und zum «Auftritt in der Höhle des Löwen» für Urs Burkard, dem Oberhaupt der Erbenfamilie.

Trotz perfektem Sommertag kamen gegen 500 Personen in die Waldmannhalle nach Baar – unter ihnen 401 Aktionäre. Die restlichen Besucher waren Gäste aus Politik, Wirtschaft sowie der Sika-Belegschaft. VR-Präsident Paul Hälg und die gegen den Verkauf weibelnden Referenten ernteten für ihre Reden viel Applaus, während Urs Burkard und seine Votanten Gelächter und vereinzelt Buhrufe erhielten. Die unzufriedene Menge zeigte sich jedoch zurückhaltender als im April. Pfiffe blieben ganz aus.

«Sind erfolgreich unterwegs»

Zu Beginn verkündete Paul Hälg, dass Sika trotz Abwehrkampf äusserst erfolgreich unterwegs sei. Im Management verzeichne man seit Dezember keine Kündigung. Konzernchef Jan Jenisch präsentierte die Halbjahreszahlen: «Wir sind trotz Druck von aussen enger zusammengewachsen – dank Sika-Spirit, dank unseren 17 000 Mitarbeitern, die täglich ihr Bestes geben.»

Jenisch und Hälg betonten, dass die erfolgreiche Strategie unter dem Dach des Baukonzerns Saint-Gobain gefährdet sei und man die Transaktion sowie die von der Familie Burkard beabsichtigte Abwahl der Verwaltungsräte verhindere.

Familien-Stimmen beschränkt

So schränkte der Sika-VR wie schon im April die Stimmrechte der Schenker-Winkler-Holding (SWH) der Familie Burkard von 53% auf unter 5% ein. Die beantragten Abwahlen der VR Paul Hälg, Daniel Sauter und Monika Ribar wurden mit über 865 der Stimmen abgelehnt. «Bis ein rechtskräftiger Entscheid des Gerichts vorliegt, bestehen wir auf dem Status quo», betonte Hälg.

In seiner Rede zeigte sich auch Urs Burkard beharrlich. «Sika wird mit Saint-Gobain einen neuen starken Ankeraktionär erhalten», sagte er. Die EU-Kommission habe im Rahmen der Übernahmeprüfung bestätigt, dass die beiden Unternehmen «offensichtlich gut zusammenpassen».