Grossverteiler
Bombengeschäft in den Supermärkten und in Fachmärkten, Einbrüche in Gastronomie, Freizeit und Klubschulen – So hat sich die Migros Ostschweiz 2020 geschlagen

Trotz Einbussen in einigen Geschäftsfeldern: Detailhändler mit Schwergewicht auf Lebensmitteln haben im Coronajahr profitiert. Nun gibt die Migros Ostschweiz einen ersten Eindruck ihrer Umsatzentwicklung.

Thomas Griesser Kym
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Die Betriebszentrale der Migros Ostschweiz in Gossau.

Die Betriebszentrale der Migros Ostschweiz in Gossau.

Bild: PD

Höhere Umsätze im Supermarkt, tiefere in der Gastronomie und mit Freizeitanlagen: So lässt sich das Geschäftsjahr 2020 der Migros Ostschweiz zusammenfassen. Konkret: Der Umsatz der Genossenschaft stieg um 3,1 Prozent auf 2,46 Milliarden Franken. Weil zudem das Preisniveau im Schnitt um 0,7 Prozent tiefer lag, erreichte das Wachstum auf vergleichbarer Basis 3,8 Prozent.

Peter Diethelm, Geschäftsleiter der Migros Ostschweiz.

Peter Diethelm, Geschäftsleiter der Migros Ostschweiz.

Bild: Nik Roth

Allein in den 110 Supermärkten, die auf dem Gebiet der Migros Ostschweiz liegen, nahmen die Umsätze um 9,4 Prozent auf 1,97 Milliarden Franken zu. Geschäftsleiter Peter Diethelm lässt sich im Communiqué zitieren: «Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit unseren regionalen Lieferanten sowie des Grosseinsatzes der Migros-Produktionsbetriebe konnten wir die Versorgung der Ostschweizer Bevölkerung mit Lebensmitteln und weiteren Gütern des täglichen Bedarfs jederzeit sicherstellen.» Diethelm weiter:

«Ein grosses Lob geht an unsere Mitarbeitenden in der Logistik und in den Filialen, die mit ihrem enormen Einsatz der erhöhten Nachfrage unserer Kundinnen und Kunden gerecht wurden.»

Run auf Möbel und Gartenartikel

Per 1. Januar 2021 ist die Bruttolohnsumme für die über 9000 Mitarbeitenden der Migros Ostschweiz um 0,3 Prozent erhöht worden.

Die Fachmärkte Do it + Garden, Melectronics, Micasa, Interio, OBI und SportXX sowie die Outlet-Migros-Standorte erreichten trotz behördlich verordneter Schliessungen in den Monaten März bis Mai und der Aufgabe von Interio Anfang Juni das Umsatzniveau des Vorjahres. Und dies überdies, obwohl die Preise im Schnitt um 3,8 Prozent gesunken seien.

Micasa, Do it + Garden, OBI sowie Outlet Migros konnten ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr sogar steigern, schreibt die Migros Ostschweiz weiter. Kein Wunder: Wegen Homeoffice, Ferien zu Hause, Kurzarbeit usw. haben es sich viele Leute in den eigenen vier Wänden mit neuen Möbeln gemütlich gemacht, oder sie haben in ihren Garten und Balkon investiert.

Restaurants, Freizeit und Klubschulen tief im Minus

Einen Umsatzrückgang um satte 42 Prozent verzeichnete hingegen die Gastronomie. Die behördlich verordneten Einschränkungen und das veränderte Konsumverhalten der Bevölkerung, die vermehrt zu Hause ass statt auswärts, trafen nicht nur die Migros-Restaurants, sondern auch die Betriebe der Gemeinschaftsgastronomie und die Catering Services massiv. Ausserdem fielen die Umsätze aus den Chickeria-Betrieben, die im Verlauf des Jahres veräussert wurden, weg.

Auch die Freizeitanlagen und die Klubschulen der Migros Ostschweiz verzeichneten, bedingt durch die Pandemie sowie die Übergabe der MFIT-Trainingszentren und des Migros-Fitnessparks an die Migros Zürich, starke Umsatzrückgänge. Die Umsätze der Freizeitanlagen sanken um 60 Prozent, jene der Klubschulen um 24 Prozent.

Detailinformationen zum Geschäftsjahr 2020 gibt die Migros Ostschweiz am 11. März 2021 an ihrer Bilanzmedienkonferenz bekannt.