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Griechische Inseln boomen

Der Tourismus entwickelt sich zu einem immer stärkeren Motor, der Griechenland aus der Krise zieht. Aber der Rekordsommer in Nordeuropa drückt jetzt die Last-Minute-Buchungen.
Gerd Höhler, Athen
Auch Santorini steht bei chinesischen Gästen hoch im Kurs.Bild: Athanasios Gioumpasis/Getty (16. Juli 2018)

Auch Santorini steht bei chinesischen Gästen hoch im Kurs.Bild: Athanasios Gioumpasis/Getty (16. Juli 2018)

Warteschlangen vor der Akropolis, Andrang an den Stränden, ausgebuchte Hotels: Der Tourismus in Griechenland boomt – bereits im sechsten Jahr in Folge. «Wir sind jetzt schon bis weit in den Oktober belegt», berichtet Charalambos Stefanidis, der auf der Kykladeninsel Paros eine Familienpension betreibt. «Vergangenes Jahr lief schon sensationell, aber 2018 wird es noch besser», freut sich der Hotelier.

In den ersten sechs Monaten 2018 stieg die Zahl der ankommenden Passagiere auf den griechischen Flughäfen um 10,5 Prozent. Davon profitiert auch der Flughafenbetreiber Fraport, der im Frühjahr 2017 das Management auf 14 griechischen Regionalflughäfen übernommen hat. Nachdem im vergangenen Jahr 27,2 Millionen ausländische Urlauber in Griechenland gezählt wurden, dürfte in diesem Jahr erstmals die 30-Millionen-Marke geknackt werden. Rechnet man die an Land gehenden Kreuzfahrttouristen hinzu, die sich 2017 auf 4,6 Millionen beliefen, könnte sogar die Zahl von 35 Millionen überschritten werden.

Griechische Inseln versprechen Abkühlung

Noch stärker als die Gästezahlen steigen die Einnahmen aus dem Tourismus. Nach Angaben der Bank von Griechenland brachten die ausländischen Urlauber im Mai fast 1,5 Milliarden Euro ins Land, gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 35 Prozent. Für die ersten fünf Monate ergibt sich gemäss der griechischen Zentralbank bei den Tourismuseinnahmen ein Plus von 22 Prozent. Dieses geht vor allem auf das Konto der deutschen Besucher, die 65 Prozent mehr Geld ins Land brachten. Nachdem Griechenland schon 2017 auf dem deutschen Markt das Trendziel Nummer eins war, melden die grossen Reiseveranstalter jetzt noch einmal einen Zuwachs. Bestseller sind die Inseln Kreta, Rhodos und Kos. Auch Mykonos und Santorin verzeichnen, wie bereits in den Vorjahren, deutliche Zuwächse. Allerdings melden die Reiseveranstalter jüngst schwächere Zahlen bei den Last-Minute-Buchungen. Angesichts des Rekord-Sommers in Nordeuropa verzichten offenbar viele auf Reisen in den Süden. Dabei sind die Temperaturen in Griechenland jetzt relativ erträglich. Während in Nord- und Mitteleuropa gestern das Thermometer sich örtlich der 40-Grad-Marke näherte und sie in Spanien sogar deutlich überschritt, lagen die Werte auf den griechischen Inseln mit 24 bis 33 Grad deutlich niedriger.

Chinesen geben deutlich mehr aus

Der Tourismus wird immer mehr zur Lokomotive, die Griechenlands Wirtschaft aus der achtjährigen Rezession zieht. Steuerte der Fremdenverkehr zu Beginn der Krise 2010 noch 15,6 Prozent zum Bruttoinlandprodukt (BIP) bei, waren es nach einer Berechnung der griechischen Alpha Bank 2017 bereits 19,6 Prozent. Nach einer Prognose des World Travel & Tourism Council (WTTC) wird der Anteil des Tourismus am BIP in diesem Jahr auf 20,7 Prozent steigen.

Zu einem vielversprechenden Absatzmarkt für die griechische Fremdenverkehrswirtschaft entwickelt sich China. In Griechenland sind die chinesischen Gäste gern gesehen, denn sie geben deutlich mehr Geld aus als Touristen anderer Länder. Weil die chinesischen Urlauber weniger an Strand- und Badeurlaub interessiert sind, könnten sie auch helfen, die griechischen Hotels im Winter besser auszulasten. Die Ausdehnung der bisher auf die Sommermonate konzentrierten Reisesaison ist ein strategisches Ziel der griechischen Tourismuspolitik.

Nachdem die Zahl der Urlauber aus dem Reich der Mitte im vergangenen Jahr um 35 Prozent stieg, rechnet Tourismusministerin Elena Kountoura für 2018 mit einem Zuwachs von 50 Prozent. Noch sind die absoluten Zahlen relativ klein: Von den 27 Millionen Griechenland-Besuchern des vergangenen Jahres kamen gerade mal 120000 aus China. 2020 erwartet man aber bereits eine halbe Million. Und das soll erst der Anfang sein. Tourismusministerin Kountoura sagt: «Das Potenzial ist riesig.»

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