Griechenland-Hilfe soll in einem Monat spruchreif sein

VILNIUS. Trotz ermutigender Zeichen bei der Bewältigung der Eurokrise bleiben die Finanzminister der Eurogruppe vorsichtig. Nach dem ersten Treffen nach der Sommerpause sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem in Vilnius, die besseren Indikatoren seien kein Grund, sich zurückzulehnen.

Marianne Truttmann
Merken
Drucken
Teilen

VILNIUS. Trotz ermutigender Zeichen bei der Bewältigung der Eurokrise bleiben die Finanzminister der Eurogruppe vorsichtig. Nach dem ersten Treffen nach der Sommerpause sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem in Vilnius, die besseren Indikatoren seien kein Grund, sich zurückzulehnen. Auch EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte, man müsse aufmerksam bleiben. Als nach wie vor gross beurteilen Vertreter der Eurogruppe die politischen Risiken in einzelnen Euroländern und die Risiken im Bankensystem.

Weitere Tranche für Zypern

Grünes Licht gab die Eurogruppe für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von 1,5 Mrd. € an Zypern, da das Land die Vorgaben einhalte. Das Geld soll nach der Zustimmung des Eurorettungsfonds ESM Ende Monat ausgezahlt werden. Damit wird Zypern vom ESM total 4,5 Mrd. € erhalten haben, die Hälfte der zugesagten Summe. Die Eurogruppe begrüsst ferner, dass Zypern die Kapitalverkehrskontrollen schrittweise lockert.

Griechenland muss warten

Noch nicht entscheidungsreif ist die weitere Hilfe an Griechenland. Das Land benötigt bekanntlich zusätzliche Unterstützung in noch unbezifferter Höhe. Ein Entscheid ist für 14. Oktober in Aussicht gestellt, wenn der nächste Bericht der Troika-Überwachungsmission vorliegt. Vorläufig ohne Hilfe des ESM kommt Slowenien aus. Die Regierung in Ljubljana hat mit der Abwicklung von zwei schlingernden Banken begonnen, will das aber aus eigener Kraft schaffen.

Insgesamt haben die beiden Eurorettungsfonds EFSF und ESM laut ihrem Chef Klaus Regling in den letzten zweieinhalb Jahren 210 Mrd. € aufgewendet. Die Rückzahlung aller Hilfen durch die unterstützten Länder dürfte 20 bis 30 Jahre dauern.