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GOSSAU: Eine Sonderdividende zum Schluss

Aus dem Verkauf von Spar Schweiz lösen Firmenchef und Mehrheitsaktionär Stefan Leuthold und die österreichische Aspiag 140,8 Millionen Franken. Die südafrikanische Spar Group übernimmt zunächst eine Mehrheit von 60 Prozent am Lebensmittelhändler.
Thomas Griesser Kym

GOSSAU. Stefan Leuthold ist nicht zu sprechen. Der Mehrheitsaktionär, Firmenchef und Verwaltungsratspräsident von Spar Schweiz, der seine im Lebensmittelhandel tätige Gruppe nun mehrheitlich an die südafrikanische Spar Group verkauft, gibt keine Interviews. Das sei Teil der Abmachung zwischen den beiden Spar-Organisationen sowie der Austria Spar International AG (Aspiag), die eine Minderheit an der Schweizer Spar Holding AG hält. Das sagt Ronald Haug, Sprecher von Spar Schweiz, der für Fragen zuständig ist.

«Für die Vielfalt das Beste»

Demnach regelt der Mittfünfziger Stefan Leuthold mit dem Verkauf seine Nachfolge. Spar Schweiz habe «verschiedene Optionen geprüft», sagt Haug. Doch «wir haben immer eine Lösung innerhalb der Spar-Familie angestrebt». Ein Verkauf an einen Rivalen im Schweizer Detailhandel sei nie ein Thema gewesen: «Jegliche Schweizer Lösung hätte den erfolgreichen Aufbau der Detailhandelskette über drei Generationen hinweg gefährdet, Arbeitsplätze gekostet und die Marken vernichtet», sagt Haug. Die Lösung mit Spar Südafrika sei «für die Vielfalt im Schweizer Detailhandel das Beste». Für die gut 2800 Mitarbeitenden von Spar Schweiz und für die Kunden werde sich nichts ändern.

Spar Südafrika sei «international eine der erfolgreichsten und innovativsten Spar-Organisationen» und nimmt nun mit der Schweiz das dritte europäische Land in ihr Portfolio auf. Seit August hält die Spar Group die Lizenz für Irland und Südwestengland. Damals kauften die Südafrikaner für 55 Mio. € 80% der TIL JV Ltd. Dieser Holding gehört die BWG Group, unter deren Dach sich die Spar-Operationen in Britannien versammeln.

Über finanzielle Details der jüngsten Transaktion geben weder Spar Schweiz noch die Aspiag Auskunft. Die Aspiag mit Sitz in Widnau bündelt die Auslandbeteiligungen von Spar Österreich. Dort wird auf Anfrage nur bestätigt, dass die Aspiag an der Spar Holding AG eine Minderheitsbeteiligung hält. Ergiebiger ist die Offenlegung der börsenkotierten südafrikanischen Spar Group, die ihre Publikumsaktionäre informieren muss, und ein Blick in den Handelsregisterauszug der Spar Holding AG.

Kaufpreis gut 100 Millionen

Laut der Spar Group hat sich diese mit den beiden Verkäufern der Spar Holding AG – Stefan Leutholds Firma Leuthold & Co. AG und der Aspiag – auf einen Kaufpreis von 100,8 Mio. Fr. für 100% der Aktien der Spar Holding geeinigt. In einem ersten Schritt erwirbt die Spar Group per kommenden 1. April 60% der Aktien für 44,5 Mio. Franken. Die übrigen 40% verbleiben für eine Laufzeit von fünf Jahren bei der Leuthold & Co. und der Aspiag Danach räumt eine Option der Spar Group das Recht ein, auch diesen Anteil zu kaufen, und Leuthold und die Aspiag haben die Option, ihre Beteiligungen an die Spar Group zu verkaufen. Für diese 40% ist bereits ein Preis von 56,3 Mio. Fr. vereinbart, also mehr als für die ersten 60%. Ergo rechnen die Parteien mit einer weiteren Wertsteigerung von Spar Schweiz, die bekanntlich kontinuierlich expandieren will.

Zwei Drittel für Leuthold

Stellt sich die Frage, wie gross die Anteile des Mehrheitsaktionärs Leutholds und der Minderheitsaktionärin Aspiag an Spar Schweiz heute sind. Beide Seiten schweigen eisern, doch das Handelsregister hilft weiter. Denn im Mai 2000, als die Spar Holding Schweiz gegründet wurde, übernahm diese als Sacheinlage die Aktien der damaligen Spar Handels AG (Detailhandelsgeschäft) und der BMG Top CC (Abholgrosshandel). Die Verkäufer, die Leuthold & Co. und die Aspiag erhielten dafür zusammen 7750 Aktien der neuen Spar Holding AG, die mit 21,275 Mio. Fr. bewertet waren. Von diesen Aktien gingen 5192 Papiere an die Leuthold & Co. und 2558 an die Aspiag. Vorbehaltlich, dass sich an diesen Verhältnissen nichts geändert hat, gehören Leuthold somit 66,99% der Spar Holding AG und der Aspiag 33,01%.

Demnach fliessen Leuthold also in zwei Tranchen gut zwei Drittel des Verkaufspreises von 100,8 Mio. Fr. zu, nämlich 67,5 Mio. Franken. Das ist aber noch nicht alles. Denn laut der Spar Group erhalten die bisherigen Aktionäre der Spar Holding vor Abschluss der Transaktion am 1. April noch eine Sonderdividende von 40 Mio. Fr. ausbezahlt. Um diese zu finanzieren, nimmt Spar Schweiz einen Kredit auf, für den die Spar Group finanziell bürgt. Die Dividende schmälert das Nettovermögen von Spar Schweiz von 144,9 Mio. auf 104,9 Mio. Franken. Als weitere Details legt die Spar Group offen, dass Spar Schweiz 2015 (ohne Franchisenehmer) einen Umsatz von 824,3 Mio. Fr. erarbeitet hat, ein Betriebsergebnis von 27,7 Mio. Fr. und einen Gewinn nach Steuern von 7,4 Mio. Franken. Stefan Leuthold bleibt vorläufig Geschäftsleiter von Spar Schweiz, laut Sprecher Haug für «die nächsten Jahre».

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